Es war einmal – Runde 7 und Finale

Es war einmal … eine märchenhafte Stickarbeit, die nur etwa 70 Stunden dauerte. 70 Stunden, das wären ohne Rotation irgendwas zwischen anderthalb und zwei Monaten Zeit, die ich in diese Dame investiert hätte. Mit Rotation … *kram* … waren es ziemlich genau zwei Jahre. Zwei sehr ereignisreiche Jahre, sollte man sagen, denn das entspricht auch ziemlich genau dem Lebensalter meines Sohns sowie der Schulzeit der großen Tochter. Meine Güte, da werden Erinnerungen wach. :)


Mehr Erinnerungen wurden gerade wach, als ich auf der Suche nach dem Startdatum für „Once upon a time“ die Rotationsliste aus dem September 2014 fand. So sah es damals aus:

  1. Celtic christmas IV
  2. Gästehandtücher IV
  3. Klarinette VI
  4. Tecklenburger Turney VII
  5. Weihnachtsengel III
  6. Patchworkdecke III
  7. Wrath VII
  8. Blumengobelin II
  9. Es war einmal… I

Dazu im Vergleich die Liste September 2016:

  1. Klarinette (14)
  2. Tecklenburger Turney (13)
  3. Wrath (13)
  4. Patchworkdecke (10)
  5. Es war einmal (6)
  6. Erdbeeren (2)
  7. Pferde am Bach (1)
  8. ??? Freischuss???

Mit der neuesten Streichung sind es nur noch sechs Projekte statt neun, die Patchworkdecke wird nicht mehr lange dabei sein, und überhaupt habe ich ziemlich viel geschafft. Unter anderem die Umstellung der Liste auf arabische Zahlen, bevor die lateinischen zu kompliziert werden. ;) Fünf abgeschlossene Projekte, sechs bis sieben Runden bei den Großprojekten … und ziemlich viel Handarbeitskram schafft es ja nicht in die Rotation, wie zwischenzeitlich gestickte Geschenke, Reisetaschenprojekte, und das ganze Näh-, Häkel- und Bastelgedöns. Da habe ich übrigens auch schon wieder was ausprobiert, Zaubersteine filzen, aber das ist ja heute nicht das Thema. Heute geht es eigentlich um die Märchentante … erinnert sich eigentlich noch jemand an die Umfrage, die ich vor zwei Jahren gemacht habe? Once upon a time ist das letzte der damals vorgestellten Projekte!

Andere Frage, wo wir gerade bei Vergleichen sind: Erinnert sich noch jemand an Celtic christmas? Ist ja noch nicht so lange her. Die Märchentante ist eindeutig von derselben Designerin: Marylin Levitt-Imblum.


Diese Farbwahl! Die Perlen! Und dieser völlig überflüssige ausgestellte Fuß! Der stört mich tatsächlich bei beiden Damen ein bisschen – ich meine, was soll das? Erst gibt es es ein wunderbares Kleid, wallend und bodenlang, am besten noch mit Schleppe, total unpraktisch, und dann guckt vorne der Fuß raus? Ein optischer Gewinn ist das nicht, und auch zum Sticken fand ich es jedesmal … naja. Reden wir über was anderes. Wie geht es eigentlich weiter?

Nach zwei relativ neuen Neustarts in die Rotation und großem Vergnügen an Klarinette und Wrath habe ich momentan wenig Lust, mich auch nur in die Nähe meines Vorlagenordners zu begeben. Ich lasse die Rotationsliste also noch ein bisschen schrumpfen. Und freue mich jetzt auf das nächste rote Projekt in der Liste: Erdbeeren. Lecker! ;)

Das Glück der handgemachten Dinge – Rezension

Pssst … ich habe etwas Unglaubliches getan. Etwas, was mir seit Jahren nicht mehr passiert ist: Ich habe ein Buch in einem Rutsch gelesen! Naja, fast. :) Immerhin habe ich es an einem Tag gelesen, das muss gelten.


Das Buch heißt „Das Glück der handgemachten Dinge“ und wurde geschrieben von Marina Boos. Das Cover verspricht einen Kreativroman und verheißt mit den Worten „Willkommen in Jules Welt“ den ersten Teil einer Serie, was mich während der Lektüre sehr gefreut hat. Die Kritiken auf amazon sind etwas durchwachsen, aber da ich keine Probleme damit habe, kursiv Geschriebenes als Gedanken zu erkennen und eingebaute Briefe, handschriftliche Notizen oder eMails anhand der im Buch verwendeten grafischen Aufmachung zu identifizieren, hatte ich keine Lesefluss-Probleme. Neben den verschiedenen Schriftarten hat das Buch eine wunderschöne Gestaltung in bunt zu bieten, alles ein bisschen Vintage, in Pastelltönen, schön anzusehen und anzufassen und in der Wohnung liegen zu lassen. Diesmal tatsächlich kein Buch zum in der Bücherei ausleihen, sondern eins zum Kaufen und gestalten – Platz für eigene Ideen wird am Ende jedes Kapitels mitgeliefert.

Die Geschichte, grob zusammengefasst: Jolanda Moller, genannt Jule, 30 und Single, hadert mit – tja, wie sagt man das? Dem Ende der Jugend? Das Ankommen in der Welt der „echten“ Erwachsenen mit Berufstätigkeit, festen Bindungen, Zukunftsperspektiven, die weit über die nächsten paar Jahre hinausgehen. Gleich auf den ersten Seiten: Kenne ich, hatte ich auch. Nicht mit 30, eher früher, aber ich war auch schnell fertig mit dem Studium. Plötzlich die Frage: DAS mache ich jetzt die nächsten 40 Jahre? Will ich das? Ist mein Partner der Mensch, mit dem ich mir vorstellen kann, alt zu werden? Für Jule wäre die Problematik vielleicht nicht so akut, hätte sie nicht gerade Bescheid bekommen, dass sie ihre Traumstelle nun doch nicht bekommt. Jule hadert – und backt währenddessen Käsestangen. Das Rezept wird gleich mitgeliefert, und hätte ich Quark im Haus gehabt, wäre es im ersten Kapitel gleich die erste Leseunterbrechung gewesen. So bin ich immerhin 100 Seiten weit gekommen, bevor ich ganz dringend einen Tischläufer nähen musste.


Jule verlässt die Stadt Frankfurt und eröffnet ein Cafe im Geburtsdorf ihrer Großmutter. Dabei gerät sie aneinander mit den typischen Verstrickungen des Dorfs, das allem Auswärtigen gegenüber sehr misstrauisch ist. Ich bin selber auf einem Dorf aufgewachsen und kann bestätigen, dass Marina Boos hier zwar Klischees zu bedienen scheint, aber in punkto Bürgerbewegung und „Bloß keine Veränderung! Traditionen erhalten!“ nicht übertreibt. Unser Schützenverein geht lieber kaputt, bevor er Frauen aufnimmt. Und meine Mutter, die aus dem Nachbardorf stammt, ist auch nach 40 Jahren noch eine Fremde. Ja, es ist ein Frauenroman, aber ohne Romantik (dafür hat die Protagonistin keine Zeit, sie muss ein altes Wirtshaus renovieren) und mit inspirierenden Beschreibungen einer überaus kreativen Frau. Sie backt (laut Kritiken angeblich eher uninspiriert Käsestangen und Schwarzwälder Kirschtorte – die müsste ich auch dringend mal wieder machen!), bastelt, webt, malt und streicht alle Möbel weiß . Vor allem letzteres ist doch wirklich sehr sympathisch. :))) Und sie sammelt Wörter: Tren-nen, Ent-Sorgen … ich liebe Bücher, bei denen ich mich in die Sprache quasi hineinlegen kann, und hier spürt man die Lust der Autorin an der Sprache. Jule betrachtet Wörter von allen Seiten, lässt sie wandern, sich drehen, rollt sie durch die ganze Wortfamilie … es war pures Vergnügen, diese Sprachlust zu lesen. Allein Jules Lust, Vorhänge zu bestempeln, kann ich nicht nachvollziehen. ;)


Ich habe brutto sechzehn Stunden für die Lektüre gebraucht. Dabei habe ich im Wartezimmer des Orthopäden gelesen, dann weiter im Behandlungsraum, dann habe ich auf dem Rückweg spontan an einer Parkbank Halt gemacht, weil ich nicht nach Hause in meinen Alltag wollte, sondern lesen. Abgesehen von den üblichen „Alltagsärgernissen“ habe ich die Lektüre nur unterbochen, weil ich ganz dringend sofort und auf der Stelle kreative Projekte umsetzen musste, die ich seit Wochen oder Monaten im Kopf mit mir herumschleppe. Aus alten Spitzendeckchen und gehäkelten Kragen einen Tischläufer nähen. Aus einem alten Buch einen Türkranz basteln (Anleitung im Buch. Habe ich gnadenlos geändert.). Erdbeeren sticken. Aus Stoffresten eine Bestecktasche zum Wickeln für den Arbeitsrucksack nähen. Zaubersteine filzen habe ich verschoben auf nächsten Mittwoch. Und dann war das Buch doch aus und es war mitten in der Nacht, und heute bin ich völlig übermüdet. Ich brauche ganz dringend Teil 2. :)

Patchworkdecke – Runde 10

Über 30 Grad im September sind nicht unbedingt das Wetter, bei dem man sich mit Wolle unter einer Strickdecke verkriecht – geschweige denn mit einem zweijährigen Kleinkind auf dem Schoß, der die Häkelnadel hochinteressant findet und auch schon mal gerne an Nadel und Faden zieht, sobald Mama in eine andere Richtung guckt. Erschwerte Bedingungen für diese Runde Stricken oder Häkeln.

Zwei Patches habe ich noch produziert: in Lila gehäkelt, dann noch einmal Bienenwaben gestrickt, und dann war der Regenbogen fertig. Als nächstes habe ich dann vorhandene weiße und graue Patches angelegt und festgenäht, einmal zur Größenprobe auf die Rückseite der Decke der Mittleren gelegt und festgestellt: groß genug!


Dann kam der erschwerte Teil, den Regenbogen weiß umhäkeln. Das hatte ich ja schon angefangen auf einer Längsseite, jetzt bin ich bis ungefähr zur Hälfte der ersten kurzen Seite gekommen. 


Auf den anderen Seiten muss ich keine Ränder mehr ausgleichen, da wird es nur ein schmaler Rand, und dann fehlt „nur noch“ die Umrandung. Die wird mich noch wahnsinnig machen, trotzdem fühlt es sich fast schon an wie fertig. Ich bin glücklich mit dieser Decke, und trotzdem war es vermutlich meine letzte. Bis zum ersten Enkelkind. ;)

Und jetzt? Endlich wieder sticken:

  1. Klarinette (14)
  2. Tecklenburger Turney (13)
  3. Wrath (13)
  4. Patchworkdecke (10)
  5. Es war einmal (6)
  6. Erdbeeren (2)
  7. Pferde am Bach (1)
  8. ??? Freischuss???

Finale? Finale?? Oder gibt es doch wieder einen Cliffhanger im Märchenbild?

Ghillies and thistles

wir waren kürzlich auf einen runden Geburtstag einer Schottischtänzerin eingeladen, die keine Kosten und Mühen gescheut hat, einen zauberhaften schottischen Nachmittag mit Tanz, Musik und jeder Menge Spiele zu organisieren. Ich selber habe bei den Wettbewerben (Schottland-Quiz, Whiskey-Nosing)  zwar versagt, doch unsere Clan-Ehre wurde von meinen Kindern geretttet, die im Malwettbewerb abgeräumt haben – und mein zweijähriger Sohn hat mit einem Favoritensieg beim „Bonnie knee contest“ jetzt offiziell die niedlichsten Knie überhaupt. :) Mitgemacht haben alle Kiltträger, aber gegen so einen niedlichen kleinen Stöpsel im Kilt kommt kein Erwachsener an. It is known.

Leider ist mir zu spät eingefallen, dass ich schon seit Monaten ein gesticktes Geschenk für die Gastgeberin plante. Dann wurde unser Alltag durch einen spontanen fünftägigen Krankenhausaufenthalt meines Mannes tüchtig durcheinander gewirbelt, und ich habe einfach keine Zeit gefunden zum Sticken. Das Geschenk gab es also nachträglich, was aber vielleicht gar nicht so verkehrt war, denn so hatte das Geburtstagskind wenigstens Zeit, sich in Ruhe zu freuen.

„Ghillies & thistles“ heißt das Motiv von Bonnie thistle designs. Ich hab’s auf Etsy gesehen und mich angemeldet,nur um es kaufen zu können (dieses hier und die tanzenden Schafe und überhaupt). 

Ghillies sind die Tanzschuhe, die beim Scottish country dancing getragen werden und durch die Schnürung gleich viel spektakulärer aussehen als Ballettschläppchen. Thistles sind Disteln, die schottischen Nationalblumen. Insgesamt also ein perfektes Motiv für eine Schottischtänzerin. :)

Zusammen mit einem Rest Tartanstoff, einem Rest Wollstoff, einem Rest Lederkordel und einem einzelnen Schafknopf ist ein wunderhübscher Beutel für Tanzschuhe daraus entstanden. 

Und er ist sogar in Benutzung, was mich sehr freut. Da Tanzschuhe nach dem Tanzen meistens nicht so ganz taufrisch riechen, habe ich ein kleines Beutelchen getrockneten Lavendel in den Beutel geworfen. Auld Alliance zwischen Schottland und Frankreich und so. Vielleicht sticke ich das Motiv irgendwann auch nochmal für mich. Ghillies hab ich schließlich auch. :)

Zwischendurch getackert – Obstkisten

Beim letzten Sperrmüll habe ich in der Nachbarschaft zwei flache Obstkisten eingesammelt. Kombiniert mit einem grünen Stoffrest, den ich schlicht außen festgetackert habe, und vier Filzgleitern haben wir jetzt voll die fußballfeldmäßige Kiste für den (auffindbaren) Ballfundus des Kleinen.


Der weitaus größte Teil Bälle ist momentan gerade nicht auffindbar. Vielleicht sollten wir mal wieder eine Fahndung starten. ;) In der zweiten Kiste grasen übrigens mittlerweile Playmobil-Pferde.

Kleine Stickfee – Nachtrag

Sie ist gerahmt und aufgehängt, die „little stitching fairy“.


Der Rahmer hat wieder wunderbare Arbeit geleistet, finde ich.

Wrath – Runde 13

Ich liebe Kreuzstich. Anders kann ich es nicht sagen. :)

Gerade mal drei Farben waren es in zehn Stunden. Daran merkt man dann, dass man aus dem Dunstkreis der wütenden Lady allmählich wieder herauskommt.


Es wird zunehmend langweiliger weden, wenn die nächste (sozusagen letzte) Seite anbricht. Aber das wird ja noch ein bisschen dauern.

Das waren zehn schnelle Stunden. Die nächsten zehn gehen hoffentlich ebenso schnell, auch wenn es keine Stickerei ist. ;)

  1. Klarinette (14)
  2. Tecklenburger Turney (13)
  3. Wrath (13)
  4. Patchworkdecke (9)
  5. Es war einmal (6)
  6. Erdbeeren (2)
  7. Pferde am Bach (1)
  8. ??? Freischuss???