Pferde am Bach – Runde 8

Momentan etwas zäh, diese Bloggerei. Mal sind wir tagelang ohne Telefon und Internet, weil die Stadt gerade mal gründlich arbeiten wollte und den Baum am Straßenrand nicht nur samt Wurzeln, sondern auch samt Kabeln entfernt hat. Mal möchte ich das zu fotografierende Stück Stoff erst noch bügeln, komme aber tagelang nicht dazu, mich an die Bügelwäsche zu machen. Mal fehlt einfach die Zeit und die Ruhe, denn mit Mamaaa!-Rufen ringsumher ist das Bloggen ganz schön schwer. (Reimt sich, muss stimmen.)

Immerhin schaffe ich es zwischen den Mamaaa!-Rufen, dem „Willkommen zurück auf der Arbeit, hier ist Ihr Ticket nach Bielefeld“-Gefühl (Fortbildung, eintägig, gefühlt viel Zug gefahren), den letzten zu genießenden und mit Arbeit zu füllenden Sommertagen in Garten und Hof, den Anlaufschwierigkeiten an der weiterführenden Schule (Hausaufgaben freitags! Vokabeln!! Rechtschreibung ist in den Sommerferien nicht abgeschafft worden!!!) zwischendurch auch mal an die Sticknadel. :)

(Überhaupt, der Umstieg an die weiterführende Schule. Die größte Sorge, die Große könne (wieder) Schwierigkeiten haben, Anschluss zu finden, hat sich in Luft aufgelöst. Die zweitgrößte Sorge, Arbeitstempo und -willen betreffend, leider nicht. Das raubt nicht nur dem Kind Zeit und Nerven. Durchatmen und positiv denken: Die Große, mit zweitem Vornamen „Buch“ genannt (aktuell eigentlich Wacholderpfote genannt, was mit ihrer Lektüre zu tun hat), hatte auch beim Lesenlernen Anlaufschwierigkeiten, sie wird das mit den Vokabeln auch lernen!)

Wo waren wir? Sticken! Das sollte eigentlich das Thema dieses zwischendurch geschriebenen Posts (Mamaaa! Wie kannst du so schnell schreiben?) sein. Am Stickrahmen herrscht kein Spätsommer, sondern Winter, und der Morgen graut. Vorher sah das Bild so aus: 20180518_162058.jpgDer aktuelle Stand ist dieser: 20180920_083330.jpgDer kahle Baum hat sich noch ein paar kahle Äste wachsen lassen, der angedeutet verschwommene Wald ist als solcher noch nicht erkennbar, aber erkennbar mehr geworden. Nächste Runde mehr davon. :)

Wie geht es weiter in der Rotation?

Mehr Pferde bzw. mehr Wasser. Und hoffentlich mehr Herbst, damit man guten Gewissens mehr Zeit auf der Couch verbringen kann. Mit mehr Tee und mehr Ruhe. (Oder mehr Baileys, die nicht mehr ganz so neue Nachbarin hat eine neue Leidenschaft. Und einen Thermomix. :)

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Zwischendurch gestickt :)

Urlaubsnachtrag 2

Wenn man im Urlaub beim Stadtbummel an einem Laden vorbei kommt, der „Kreuzstich & Skandinavische Lebensart“ (ACHTUNG! Dieser externe Link führt zum Facebook-Auftritt des Ladens. Die Wahrscheinlichkeit, dass Facebook beim Anklicken des Links personenbezogene Daten speichert, ist hoch!) heißt, dann muss ich da leider rein. Auch wenn ich alleine mit drei Kindern unterwegs bin, deren Lieblingsbeschäftigung es eindeutig NICHT ist, in Ladengeschäften herumzustehen, nichts anzufassen und möglichst wenig Geräusche zu verursachen, während Mama Zeit hat, sich in Ruhe umzusehen.

Rausgekommen bin ich (halbwegs schweißgebadet, was nicht an der Raumtemperatur lag) mit ein paar hübschen Stoffresten, aus denen mehr Picknick-Wickeltaschen oder Geschenkbeutel entstehen werden, und einer kleinen Stickpackung. Den nächsten Stadtbummel mache ich alleine! ;)

Die kleine Stickerei habe ich dann auch erst zu Hause nach dem Urlaub auspacken können, für einen vergnüglichen Abend auf der Couch hat sie gereicht. 20180827_120004.jpg Die vorgesehene Größe wäre ca. 6×6 cm gewesen, aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, das Bildchen in einem kleinen Stickrahmen aufzuhängen, und einen größenmäßig passenden Stickrahmen habe ich nicht im Fundus. Statt ganzem Kreuzstich über 2×2 Gewebefäden wurde es halber Kreuzstich über 1×1 Gewebefaden (Petit point?), und damit ist diese Stickerei wirklich „klein & niedlich“ geworden. Eine Taktik, die wir sonst eher unseren Kindern vorwerfen. ;) 20180827_115720.jpgSelbst die Große ist momentan wieder „klein & niedlich“, nachdem sie die Schule gewechselt hat. „Mama, ich finde das komisch: In der Schule komme ich mir ganz klein vor und auf dem Heimweg dann ganz groß“, sagt sie selber. In der Schule ist sie halt als Fünftklässlerin eine der Kleinsten, während der Schulweg plötzlich ein anderer ist als in den letzten neun Jahren, dazu bewältigt sie ihn alleine, da merken dann nicht nur Eltern, dass das Kind groß geworden ist. Immer wieder schön, wie reflektiert die kleine Große (oder große Kleine?) denkt.

Um die Größe der gestickten Nähmaschine besser einschätzen zu können, sieht man sie auf dem zweiten Bild zwischen Postkarte und Garnrolle am endgültigen Bestimmungsort. Dass Stickrahmen und Garn auf der ausgestellten Rolle beide denselben Grünton haben, ist Zufall, gefällt aber sehr. Das Garn wird regelmäßig verwendet, um die Anziehsachen der Mittleren zu markieren, die größenmäßig so nah an ihrer großen Schwester ist, dass man sonst keine Chance hat, die Wäsche zuverlässig dem richtigen Kind zuzuordnen. Eine kleine Große, große Mittlere und mittelgroßen Kleinen, da kann man schon mal durcheinander kommen.

Das war jetzt ein großer Artikel für eine kleine Stickerei, die sich zwischen die beiden Großprojekte der aktuellen Rotation geschlichen hat, daher der Titel. Womit das auch geklärt wäre. :)

 

Weiß! Alles muss weiß!

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Erster Urlaubsnachtrag. :)

Nachdem ich letztes Jahr im Garten der nördlichen Schwester Tontöpfe bemalt und Unkraut auf der Terrasse gezupft habe (mit Juli Zehs „Unterleuten“ auf den Ohren, was mich so nachhaltig beeindruckt hat, dass ich das heute noch weiß), war dieses Jahr mit weniger Zeit, mehr Familie und Stickzeug im Gepäck immer noch Zeit für ein bisschen Handwerkerei zu Gunsten der Verwandtschaft. Dieser Flohmarktfund sollte nicht so bleiben: 20180821_112120.jpgNein, das ist natürlich kein Vorher-Bild, wieso sollte ich nach mehr als fünf Jahren Bloggen daran denken, ein Foto von irgendwas zu machen, bevor ich zum Schleifpapier greife?! Das wäre doch … sinnvoll!

Hier also ein bereits abgeschliffener Deckel und Vorher-Seiten in knallblau. Eigentlich fanden alle Entscheider knallblau sehr annehmbar als Farbe, nur leider nicht für den angedachten Standort mit gelb-orangem Teppichboden in direkter Nachbarschaft eines knallroten Schranks. Man kann es übertreiben mit den Farben, sogar im Kinderzimmer.

Wäre es nach mir gegangen, hätte ich die Truhe in abgeschliffen einfach klar lackiert, dann wäre sie grau-türkis-braun in 100% Shabby-Chic gewesen. (Was immer noch reichlich Farbe gewesen wäre, dann hätte man halt einen anderen Standort gebraucht. *grummel*) Oder ich hätte ein Book-up daraus gemacht, ein Comic darauf geklebt oder ein Märchenbuch, das hätte man garantiert irgendwo in gebraucht auftreiben können. Das war der nördlichen Schwester dann aber doch zu gewagt, sogar fürs Kinderzimmer, sie wollte lieber den Klassiker. 20180825_115141.jpgAlso einmal weiß streichen, bitte! RAL 9001, cremeweiß, um genau zu sein. Sieht auch gut aus, das gebe ich zu. :) Auch wenn ich immer noch neugierig bin, wie es denn in buchseiten-farben ausgesehen hätte. Vielleicht nächstes Jahr, wenn sich die nördliche Verwandtschaft an der weißen Truhe satt gesehen hat?

Book up! – Nr. 22 kleine Verpackungen

Manchmal … aber nur manchmal! … gibt es Bücher, die nicht mehr ganz den aktuellen Vorlieben entsprechen. Oder dem aktuellen Stand der Forschung, sollte es sich um ein Sachbuch handeln. Da steht man dann, veraltete Bücher im Regal, den Altpapierkorb in der Hand, und zögert. Ein Buch ist ein Kulturgut, das wirft man doch nicht so einfach weg! Könnte man da nicht vielleicht noch etwas daraus machen?

Doch. Könnte man. Und was man alles könnte!

20170414_174307Heute: „Lesefix Ratekrimis – Tatort Mitternacht“ und das Geheimnis der (Weihnachts-)leckerei

Ich gebe unumwunden zu, dass sich Papier phantastisch eignet, um alles Mögliche zu verpacken. Ob Geschenke, zerbrechliche Gegenstände oder Einkäufe, mit einer Verpackung aus Papier macht man selten etwas verkehrt. Wenn es für die Zielgruppe Kinder gut aussehen soll, darf es gerne ein bisschen bunter sein, daher geht es heute einem reich illustrierten Kinderbuch an die (bebilderten) Seiten.

Außerdem ist heute ein bisschen Phantasie gefragt: Die Bilder werden Ihnen vorgaukeln, es handele sich um eine Osterbastelei, aber das stimmt natürlich nicht. Angesichts der Jahreszeit handelt es sich eindeutig um eine Vorbereitung auf Advent, Nikolaus und Weihnachten! Was denn auch sonst!

Die Bastelei an sich ist ganz einfach: Papierstücke werden rechteckig (nicht quadratisch!) zugeschnitten, entlang der Längskante aufgerollt und an einer der beiden entstandenen Öffnung verschlossen. Das geht mit Kleber, Tacker oder in diesem Fall: der Nähmaschine. 20170413_214429 Ein recht breiter Zickzackstich erledigt den Job schnell und effektiv. Zumindest hübscher als eine Tackernadel und  schneller als Kleber. :)

An einer Seite verschlossen ist das jetzt der perfekte Zeitpunkt, um das Minitütchen mit Süßigkeiten o.ä. zu befüllen. Jahreszeitengemäß natürlich mit Weihnachtsleckereien!

Anschließend wird auch die andere Öffnung verschlossen – aber für den dreidimensionalen Effekt und zur Stauraummaximierung im Inneren in der anderen Richtung: horizontal – vertikal bzw. vertikal – horizontal. Verstehen Sie, was ich meine? 20170414_174207

So sollte es anschließend aussehen. Diese „Tetrapacks“ lassen sich in jeder beliebigen Größe herstellen, ob nun für zwei Schoko-Ostereier-Weihnachtsnüsse oder auch größere … Nüsse.Schokolade. Dings.

(Ich könnte jetzt eine Geschichte erzählen, wie Eichhörnchen in einem Jahr 65% unserer Ostereier stahlen (3,5 Eier waren noch da) und dass wir seitdem tatsächlich auch die Ostereier verpacken, bevor wir der Osterhase sie verstecken versteckt, aber das würde natürlich nur zu einem Osterblogbeitrag passen und nicht hierher.)

20170413_215308Perfektionisten verwenden Weihnachtsbilderbücher! :)

Book up! Glück auf!

GriSu

Wrath – Runde 19

Vor dem Urlaub habe ich neun Stunden mit der zornigen Lady verbracht, für die zehtne war leider keine Zeit mehr. Jetzt sind wir wieder da, Übermorgen geht die Schule wieder los, und ich habe noch Fotos für zwei, drei Urlaubsposts da, für den passenden Artikel habe ich aber noch keine Zeit gefunden. „Keine Zeit, keine Zeit!“ Im Urlaub mit den Töchtern Alice im Wunderland geguckt, und ist es nicht wirklich interessant, wie anders ich als Erwachsene diesen Film verstehe als als Kind? Wie sehr mich das weiße Kaninchen, das keine Zeit für gar nichts findet, doch an mich selber erinnert … ständig damit beschäftigt, sich selbst oder andere anzutreiben, auf dass wir bloß pünktlich sind … hach je. Schlimm, wie wenig sich die Zeiten ändern, das Kaninchen gibt es schließlich schon seit 150 Jahren. Genau wie die Zwillinge, die einem ein Ohr abquatschen und kein Ende finden, das kommt einem doch auch bekannt vor?

Also, die zehnte Stunde Wrath hat auf sich warten lassen, aber heute Morgen habe ich mir die Zeit genommen (ha!) und einfach mal gestickt. Vorher sah es so aus: 20180502_083356.jpgUnd das ist der aktuelle Stand: 20180827_130234.jpgDie Grenzen der aktuellen Vorlagenseite wurden ausgelotet, sehr viel Lila gestickt (mehr kommt da auch vorläufig nicht), drei Blitzkugeln angelegt. Mich erinnern die Kreise, solange sie noch nicht vollständig gefüllt sind, immer an Fotos der Erde aus dem Weltall, 20180827_130147.jpgmit lilanen Ozeanen. Schlimm, diese Umweltverschmutzung. ;) Kein Wunder, dass die Lady so wütend darüber ist.

Ein bisschen rätsle ich noch, was wohl rechts unten hin kommt. Der Kopf ist weit entfernt, Kragen wird es also nicht sein, aber ist es für alles andere nicht noch ein bisschen weit oben bzw. links? Vielleicht ein Teil der Peitsche, sie Wrath als Accessoire dabei hat? Auf der Vorlage ist es leider nicht erkennbar, und da ich mich jetzt erst einmal anderen Projekten widmen darf, bleibt die Neugier vorerst ungestillt.

Wrath wandert also zurück in die Kiste, und im Stickrahmen geht es mit Pferden weiter:

Turney – Runde 19

Ich habe mich gedrückt vor der Turney, das kann ich zugeben und ist für den regelmäßigen Leser kein Geheimnis. Nicht gerade mein Lieblingsprojekt. Aber warum eigentlich?

Als ich mich dann endlich dran gesetzt hatte, waren zehn Stunden in zweieinhalb Tagen gestickt. Besonders weit bin ich nicht gekommen, wie es aussieht. Zwei Hinterbeine, ein Schild und einen Teil des Pferdekopfes. Hm.

Der Schild hat mich fast sieben Stunden beschäftigt. Aber es macht so vie Spaß, mit den leuchtenden Farben zu arbeiten, eine Lösung zu finden, wie man mit wenigen Stichen in vorgegebener Richtung einen Löwen bzw. drei auf einem Viertelschild darstellen kann. Das war wirklich kreative Arbeit! (Was auch ein Grund fürs lange Zögern sein könnte: Ich habe seit zweieinhalb Tagen Urlaub und war vorher wirklich urlaubsreif. Kein Platz im Kopf für harte Arbeit. :) Bei dem Tempo wird mich der Gobelin noch lange begleiten. Wie schön. :)

Dazu muss ich anmerken, dass der Schild vorgegeben war, d.h. das zu stickende Motiv. Einige der Schilde stammen noch aus LARP-Zeiten, die werden überwiegend in blau, weiß und rot gestaltet sein, bei manchen werde ich mir noch selber Motive ausdenken müssen. Vorschläge werden gern entgegen genommen!

Die Turney wird also zurück in den Reigen gern gestickter Projekte aufgenommen, weil sie eine ganz andere Art Herausforderung bietet als die anderen Projekte.

Und wie geht es weiter?

1. Klarinette (24)
2. Tecklenburger Turney (19)
3. Wrath (18)
4. Pferde am Bach (7)
5. Pferde im Wasser (3)

Die zornige Lady in Red. Nächstes Lieblingsprojekt … eins von fünf. ;)

Kreativer Sommer 4 – naja, halbwegs kreativ

Noch ein Nachschlag an der Nähmaschine: Ich habe irgendwann mal einen Gürtel für einen Fußballfan genäht. Irgendwann heißt April 2017 und Fußballfan heißt die westliche Schwester. Und schrieb damals dazu: „Der Kleine war sofort beleidigt, dass der Gürtel nicht für ihn war, aber es gibt noch genug Fußballstoff, um ihn auch noch glücklich zu machen.“

Jetzt hat er zwar schon eine Pinnwand aus dem besagten Fußballstoff bekommen, aber mein Sohn ist offenbar sehr stur und wollte immer noch einen Gürtel. Bitte sehr: 20180728_213538.jpgNiedliche 65 cm lang.   :) Und diesmal nicht noch einmal von außen abgesteppt, da ich ihm morgens versprochen hatte, den Gürtel heute zu nähen, und abends um 21 Uhr endlich dazu kam. Während er immer noch neben mir stand und fragte, wann ich denn endlich anfange. Und weil die Nähmaschine schon wieder panisch blinkte, dass der Unterfaden gleich leer sein würde.

Das hätte jetzt auch unter „Zwischendurch genäht“ laufen können, genau wie die Picknicktasche, fällt mir gerade auf. Nun ja, jetzt ist zu spät. Und zu heiß. Und überhaupt.

Kreativer Sommer 3 – Picknicktasche

Wochenlang habe ich mich an die Nähmaschine gesehnt, um endlich mal wieder kreativ zu nähen. Wenn man es als kreativ bezeichnen darf, eine vorhandene Anleitung abzuändern, um sie an andere Bedürfnisse anzupassen. Was ich in diesem Fall mit den Wickeltaschen für Besteck gemacht habe.

Gebraucht wird nämlich mindestens zweimal im Schuljahr „kein Tornister, sondern nur ein kleiner Rucksack mit Trinkflasche, Teller und Besteck für ein gemeinsames Frühstück“. Regelmäßig vor den Ferien, um genau zu sein, wenn zwischen Gottesdienst in der ersten und offiziellem Schulende nach der dritten oder vierten Stunde die Zeit irgendwie überbrückt werden muss. Ich bin nicht sehr glücklich damit, einen zerbrechlichen Teller und mehrere Besteckteile aus Metall gemeinsam in eine Tüte zu packen und einem rennenden Kind in einen ansonsten leeren Rucksack auf den Rücken. Also dachte ich mir, eigentlich müsste man die Bestecktasche doch ein bisschen breiter machen können, so dass auch ein Teller rein passt. Mit genug Platz rechts und links vom Teller, damit man die Tasche auch noch schließen kann. 20180730_052544.jpgDann dachte ich noch ein bisschen weiter und baute eine Schicht mitteldicke Vlieseline ein, um den Teller ein bisschen besser zu schützen. Tipp fürs nächste Mal: Eigentlich muss die Vlieseline nur hinter das Tellerfach, dann wird die Tasche nicht so dick. Aber es funktioniert, das ist doch schon mal schön. Den Stoff hat übrigens Kind 2 ausgesucht. Eigentlich hatte ich gedacht, wir wären schon raus aus der Rosa-Phase. 20180728_201812.jpgUnd weil ich gerade so schön beim Denken war, dachte ich mir noch, dass ein einzelnes Bindeband vielleicht nicht sehr gut geeignet sei, um ein durch Vlieseline dick gewordenes Stoffpaket mit einem Teller drin sicher zu verschließen. Stattdessen also drei Knöpfe und kein weißes Nähgarn mehr im Haus. :)

Das Gesamtpaket ist auf jeden Fall sehr schön, obwohl es rosa ist, und absolut für den gewünschten Zweck geeignet. Und ich habe komplett vorhandene Reste verwertet, das macht die Sache noch besser. Ich wünschte, ich hätte häufiger Zeit für meine Nähmaschine.

Book up! Nr. 21 – Eine …halterung

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Manchmal … aber nur manchmal! … gibt es Bücher, die nicht mehr ganz den aktuellen Vorlieben entsprechen. Oder dem aktuellen Stand der Forschung, sollte es sich um ein Sachbuch handeln. Da steht man dann, veraltete Bücher im Regal, den Altpapierkorb in der Hand, und zögert. Ein Buch ist ein Kulturgut, das wirft man doch nicht so einfach weg! Könnte man da nicht vielleicht noch etwas daraus machen?

Doch. Könnte man. Und was man alles könnte!

Heute: Ein namenloser Arztroman wird zu etwas, was zu lang für die Überschrift war: einer Klebefilmabrollerhalterung.

Die Geschichte hinter diesem Book-up ist eine persönlich frustrierende: In meinem Zuhause gibt es ein schwarzes Loch, in dem diese Plastikabroller für Klebefilm verschwinden. Anders kann ich es mir nicht erklären. Egal, wie oft ich einen Abroller kaufe, unabhängig von Form, Größe oder Farbe – sobald ich einen brauche, ist keiner auffindbar. In seltenen Fällen taucht ein halber Abroller in einem der Kinderzimmer wieder auf, aber nicht so oft, dass es sich lohnen würde zu sammeln, auf dass man irgendwann wieder einen ganzen Abroller hat.

dscf1497Irgendwann habe ich damit gedroht, den nächsten Abroller auf einen Ziegelstein zu kleben, denn Ziegelsteine gehen in Wohnungen eher selten verloren. Leider würde „festkleben“ bedeuten, dass man entweder keine neue Klebefilmrolle einlegen könnte oder aber die Klebefläche so klein wäre, dass man es auch gleich lassen könnte. Festschrauben wäre besser, nur lassen sich Ziegelsteine schwer anbohren. Sehr gut anbohren lassen sich dagegen Bücher!

Gesagt, getan, im Regal stand noch ein altes Buch mit einem von der Großtante als jungem Mädchen handbestickten Schutzumschlag. Leider habe ich erst ganz am Ende daran gedacht, dass ich vielleicht den Buchtitel hätte notieren sollen, aber da war es zu spät.

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Der Klebefilmabroller wird ebenfalls mit viel Fingerspitzengefühl angebohrt und anschließend mit einer Schraube auf dem Buchdeckel fixiert. Ach nein, erst muss ja noch der Schutzumschlag wieder ums Buch! Also erst den Schutzumschlag ums Buch wickeln und dann sehr vorsichtig an der richtigen Stelle den Stoff durchlöchern. Dann den Abroller festschrauben (Achtung, wenn die Schraube zu fest gezogen wird, bricht der Abroller!), und schon ist die neue, hoffentlich etwas dauerhafter auffindbare Klebefilmabrollerhalterung fertig. Plus: endlich eine gute Möglichkeit, den über 70 Jahre alten Schutzumschlag zu würdigen!

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Glück auf! Book up!

GriSu

Kreativer Sommer 2 – Eiszeit

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Es ist heiß, nicht die richtige Zeit für Gobelinstickerei (bin ich nicht gut im Ausreden erfinden?), und bevor ich mich daran setze, könnte müsste dürfte wöllte ich eigentlich noch ein Geburtstagsgeschenk für mein zweites Patenkind machen. Das bekommt zwar schon das nicht mehr benötigte Laufrad meines Kleinen, aber irgendwas neues wäre ja auch nicht schlecht. Und vor allem habe ich ausgerechnet für die nördliche Schwester bzw. ihre Kinder noch nie etwas gehäkelt! So geht das nicht.

Ich rufe also im Norden an und frage nach, ob die Spielküche (auch so ein abgelegtes Geschenk von uns, wie praktisch, wenn man die passende Verwandtschaft hat, wenn die eigenen Kinder aus ihren (Spiel-)Sachen rauswachsen) noch bespielt wird und ich vielleicht Gemüse häkeln darf kann muss. Gemüse wäre nett, sagt die nördliche Schwester, aber noch besser wäre Eis, das Patenkind hat nämlich eine imaginäre Eisdiele eröffnet und verkauft am laufenden Band imaginäres Eis. Am besten wären Eiswaffeln mit Kugeln, die man abmachen kann. Geht so was?

Klar geht das. Sogar in drei Sorten. :)

Und da ich anleitungsfrei gehäkelt habe, gibt es hier für Nachahmer eine Anleitung:

Für die Kugeln einen Ball mit einem Umfang von 42 fM häkeln. (2 LM anschlagen, 6 fM in die 2. LM, zum Ring schließen. Alle Maschen verdoppeln, nächste Runde jede 2. Masche, nächste Runde jede 3. M usw. bis 42. Dann 6 Runden ohne Zu- oder Abnahmen, dann im selben Abstand Rund für Runde je zwei Maschen zusammenhäkeln.)

Für die Eiswaffel 2 LM anschlagen (dabei einen Faden stehen lassen) , 6 fM in die 2. LM, zum Ring schließen (1 KM, 1 LM). Alle Maschen verdoppeln (= 12 fM), schließen (1 KM, 1 LM). In der nächsten Runde jede 2. Masche verdoppeln (=18 fM), eine zusätzliche Masche in die Runde mogeln (= 19 fM). In der nächsten Runde jede 3. Masche verdoppeln (=25 fM), und so weiter bis 43 fM. Anschließend zwei Runden ohne Zu- oder Abnahmen häkeln. Es entsteht eine Schale, das ist das obere Ende der Eiswaffel.

Eine Runde fM ohne zu- oder Abnahme nur in das hintere (= äußere) Glied häkeln. Dann die Arbeit drehen und zwei Runden ohne Zu- oder Abnahmen in die andere Richtung häkeln (immer noch 43 fM). Das ist der Rand der Eiswaffel, den kann man auch schon mal formen. :) In der nächsten Runde jede 9. und 10. Masche zusammenhäkeln. Das sollten vier Maschen Verlust in dieser Runde sein (= 39 fM). Zwei Runden ohne Abnahmen häkeln. Den hängenden Faden an irgendeiner Stelle mit dem Häkelfaden fest verknoten. Das verhindert, dass die Schale für die Eiskugel beim Ausstopfen die Form verliert. In der nächsten Runde jede 8. und 9. Masche zusammenhäkeln (= 35 fM), zwei Reihen ohne Abnahmen. Diesem Rhythmus folgend weiterhäkeln, es ergibt sich ein spitz zulaufender Kegel. Bevor man jede 2. und 3. Masche zusammenhäkelt, die Eiswaffel ausstopfen, dabei nicht zu fest stopfen und Obacht geben, dass die Schale ihre Form nicht verliert. Anschließend weiterhäkeln, bis der Kegel geschlossen ist und die Form aussieht wie eine Eiswaffel. Guten Appetit!

Ich habe schon Visionen, wie mein Mann und mein Schwager mit zwei Hörnchen „Eiskugel fangen“ spielen. :D

Und dann, weil zwei Eishörnchen mit drei Kugeln natürlich nicht ausreichen, um einen Eisladen zu bestücken, und weil es immer noch viel zu heiß für die Turney ist, ist ebenfalls anleitungsfrei noch Stieleis entstanden. Für den Stiel muss man leiderleider erst mal (mindestens) ein Eis essen. Am besten ein richtig großes, denn gebogene Eisstiele mit der schmalsten Stelle in der Mitte kann man viel besser in einer Häkelarbeit fixieren als ganz gerade Stiele. So ein Mist.

Wenn man ein Eis gegessen und den Stiel gründlich gespült hat, kann dann auch gehäkelt werden. Leider habe ich dabei so sehr rumprobiert, dass nicht wirklich eine brauchbare Anleitung entstanden ist, aber immerhin ein Ansatz:

8 LM in braun (oder Farbe nach Wahl, rot bei Erdbeereis  zum Bleistift) anschlagen, ab der 2. Masche 6 fM in die folgenden 6 LM häkeln. Das ergibt eine Reihe. Drei fM in die letzte LM häkeln, in die folgenden 6 Maschen jeweils eine fM häkeln, mit drei fM in die letzte Masche aus der Reihe ein Oval formen, mit einer kM zur Runde schließen. 1 LM. In der nächsten Runde auf den kurzen Seiten die mittleren drei Maschen verdoppeln, auf der anderen Seite entsprechend. In Runde 3 die auf den kurzen Seiten die „Eckmasche“ verdoppeln, 3 fM, „Eckmasche“ verdoppeln. Damit müsste das obere Ende als eine Art Kappe entstanden sein. Runden ohne Zu- oder Abnahmen, bis die richtige Länge erreicht ist. Dann die Farbe zu Creme wechseln. Eine Runde nur hinten (= innen) einstechen. Nächste Runde noch normal häkeln, dann an den kurzen Seiten bis zu fünf Maschen (nach Gefühl und Blick) gleichzeitig abmaschen, damit das Eis schließen. Wenn das Loch in der Mitte klein genug ist, Faden lang abschneiden und verknoten, Eis füllen und Eisstiel einsetzen. Mit dem hängenden Faden das Eis zunähen und dabei sehr gründlich und eng den Stiel festnähen.

Und nachdem das jetzt erledigt ist, kann ich immer noch nicht Gobelin sticken. Zu heiß. Und ich muss noch Auftragseis häkeln. :D