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heute hat sich eine bewundernswerte Kollegin  in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Abschiedsmail bestand aus Hermann Hesse: Stufen und der Feststellung, dass sie den tollsten Beruf der Welt gehabt habe, und seitdem ist mir sehr lyrisch zumute.
Mich überkam der dringende Wunsch, ein Gedicht mit euch zu teilen, dass neben meinem Schreibtisch an der Wand hängt und mich immer wieder stumm werden lässt.

Paul Fleming: An sich

Sei dennoch unverzagt. Gib dennoch unverloren.

Weich keinem Glücke nicht. Steh höher als der Neid.

Vergnüge Dich an dir, und acht es für kein Leid,

hat sich auch wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

 

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren.

Nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut.

Tu, was getan muss sein, und eh man dir’s gebeut.

Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

 

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke

ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an.

Dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

 

und eh du förder gehst, so geh in dich zurücke.

Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,

dem ist die weite Welt und alles untertan.

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