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Smoky fragt am Montag, und ich gebe mir Mühe zu antworten. Heute hat’s geklappt. Und heute möchte Smoky wissen:

Was für ein Weihnachtstyp bist Du? Familienfest, Party, ignorieren, Geschenkestreß, Hektik, Ruhe, Gemütlichkeit, Dekowahn oder eher spartanisch … Was gehört für Dich zu Weihnachten dazu und was geht gar nicht?

Und so wird Weihnachten für mich:
Familienfest.

Zu kurz? Na gut, dann ausführlicher: Früher als Kind war Weihnachten ein mit Ritualen gefülltes Fest mit einer oft besinnliches Adventszeit vorweg. Der Advent gehört für mich zwingend zu Weihnachten dazu. Wenn ich Advent höre, denke ich an das warme gelbe Licht unserer Esszimmerlampe, das sich im Fenster spiegelt, wenn es draußen dunkel ist. Heimliche Bastelaktionen im Zimmer, weil wir Kinder für Weihnachtsgeschenke nichts ausgaben. Erst als Vorgabe von der Eltern, irgendwann wahrscheinlich aus Ehrgeiz, gut genug zu basteln. Früchtetee und Kerzen im Jugendzimmer, Waldspaziergänge und danach Kakao vor dem offenen Kamin, das war der Advent. Bzw. das ist der Teil, an den ich mich gerne erinnere. Im Dunkeln mit dem Fahrrad zur Schule fahren, Klassenarbeiten und mit den Schwestern streiten war genau so Advent. :)
Bei uns wurden an Heiligabend gemeinsam Weihnachtsbaum geschmückt und eine große Krippenlandschaft aufgebaut, wobei mein Vater immer schlechte Laune bekam, weil die Lichterkette funktionierte, dann hängte man sie in den Baum, dann funktionierte sie nicht mehr. Weihnachten standen überall Leckerteller (ich komme aus dem Rheinland, da heißt das so!) herum, aus denen man sich ungefragt Süßigkeiten nehmen durfte. Es gab nur eine Suppe zu Mittag, weil eh keiner Hunger hatte. Der Nachmittag war viiiiel zu lang, und nach der Kindermette schaffte das Christkind es, die Geschenke in unser Wohnzimmer zu schmuggeln. Einmal klingelte es, und die Geschenke standen vor der Tür. Einmal klingelte es, niemand war vor der Tür und die Geschenke standen im Wohnzimmer, als wir wieder reinkamen. Lange Weihnachtsspaziergänge durch den Wald gehören Weihachten dazu. Nur ganz ganz selten man im Schnee, sonst im Regen oder Frost. Weiße Weihnachten gab es eigentlich nie.

Als meine drei Geschwister und ich das Elternhaus verließen, um zu studieren (das geht auf dem Land so schlecht), war Weihnachten das Fest, bei dem wir vier Geschwister uns alle gesehen haben. Uns hat es ziemlich weit auseinander getrieben, aber Weihnachten war uns heilig, das ging es auf nach Hause. Viel Reden, viel Singen, lange Spaziergänge, und erst an Heiligabend wird der Baum aufgebaut.

Und seit ich Kinder habe, ist es wieder anders, und doch wieder gleich. Heiligabend bleiben mein Mann, meine Kinder und ich unter uns. Wir könnten eh nicht beiden Verwandtschaften gerecht werden, also lassen wir es. Der Advent wird meistens leider nicht besonders besinnlich, weil viel zu viele Termine drin sind, und die Arbeit will nebenher ja auch noch gemacht werden. Ich nutze den Advent, um nach und nach zu dekorieren, so bereitet sich unsere Wohnung wochenlang auf Weihnachten vor. Und langsam füllen wir den Advent mit Ritualen: die Kinder setzen Nikolausstiefel raus, am 4. Adventssonntag bestücken die Kinder ein Knusperhäuschen, das sie an Heiligabend „schlachten“ dürfen…
Am Abend des 23. baue ich die Krippenlandschaft auf, in die die Kinder am 24.12. dann die Figuren setzen. Es wird immer eine große Krippenlandschaft. An Heiligabend schmücken wir gemeinsam den Baum, dann geht es zur Kindermette (bzw. zum Krabbelgottesdienst), und dann hat das Christkind Geschenke ins Wohnzimmer geschmuggelt. Komisch….

Was Weihnachten gar nicht geht? Weihnachtsmann.

Ach, das war noch gar nicht die ganze Frage. Also, Geschenkestress hab ich auf andere Weise, da wir es geschafft haben, Weihnachten zwischen zwei Kindergeburtstage zu quetschen. Zu spät kaufe ich nicht. Dekorieren mag ich, letztes Jahr wurde es mir dann plötzlich zu viel. Mal schauen, wie es dieses Jahr wird. Ein üppiger Adventskranz gehört auf jeden Fall dazu, Lichterketten und Fensterbilder ebenfalls. Und am 27. machen wir immer (bis auf dieses Jahr, schluchz) eine Pottparty im ganz kleinen Kreis. Käsefondue, Schokofondue, Feuerzangenbowle. Njam. Legendär, und gehört auf jeden Fall dazu. :)

Das war mal ganz schön persönlich heute. Und ich hab jetzt Lust auf Advent. Noch anderthalb Monate? Menno…

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