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Für diesen Artikel muss ich ein bisschen weiter ausholen…

Ich habe, man soll es kaum glauben, neben Handarbeiten noch weitere Hobbys. Eines davon ist Scottish Country Dancing. Der Begriff sollte nicht übersetzt werden mit Schottische Landtänze (vergleichbar deutschen Volkstänzen oder so), sondern kommt vom französischen Contre dance, wären also Schottische Hoftänze. Wobei es irgendwie so eine Mischung ist aus „Schottische Reels (überall getanzt, in Katen wie auf Burgen) trifft Ballett“.

Das tue ich also auch. Seit fast 14 Jahren mittlerweile, im Studium begonnen, nach dem Umzug ins Ruhrgebiet irgendwann mit eigener Gruppe. Wer es mal probieren möchte, alle Infos zu unserer Gruppe gibt es hier.
Eigentlich ist Schottisch eine sehr soziale Tanzart, man wechselt bei jedem Tanz den Partner, lernt jede Menge Leute kennen, und auch wenn man sich mal vertanzt, ist keiner böse drum. Wie schön man die Füße setzt, muss jeder selbst wissen. Tanzen macht Spaß und ist kein Wettbewerb. Normalerweise. :)

Nun gibt es aber jedes Jahr in England das „Newcastle Festival of Scottish Country Dancing“, und das ist tatsächlich doch ein Wettbewerb. Der einzige mir bekannte und auf jeden Fall ein sehr wichtiger mit internationaler Beteiligung. Unter anderem fährt jedes Jahr eine deutsche Auswahl hin. Und da Deutschland eine sehr große, aktive Schottischszene (eine passende Karte gibt es hier) hat, habe ich mich sehr gefreut, ins German Team aufgenommen zu werden. Die eine oder andere erinnert sich vielleicht vage. :)

Letztes Wochenende war also nun das Newcastle Festival 2014. Und ich war dabei, zusammen mit meiner Großen (die als Kleinste im Kinderteam mitgetanzt hat) und in Begleitung einer zwölfjährigen Tänzerin aus unserer Gruppe (ebenfalls für das Kinderteam am Start). Mit einem nicht verwandten Kind verreisen hat sich als recht kompliziert erwiesen (man wird permanent der Kindsentführung verdächtigt), aber erstaunlicherweise und Gott sei Dank haben meine Englischkenntnisse standgehalten. Die erwiesen sich überhaupt als überraschend gut in Form, das hätte ich nicht gedacht. Ansonsten haben wir von Newcastle sehr wenig gesehen außer dem College, wo das Festival stattfand, und dem Discovery Museum, wo wir am Sonntag die Wartezeit bis zum Rückflug verkürzten. Wetter, Essen und Linksverkehr entsprachen brav den Klischees. Wenig zu erzählen also.

Wie der Wettbewerb war? Hm.
Wir haben sehr gut getanzt und sind Vierte geworden, mit einem Punkt Abstand auf dem dritten Platz. Aber mit einer sehr schönen schriftlichen Bewertung, die Worte wie „excellent“ und „exemplary“ enthält. Wer’s genauer wissen möchte, möge sich selbst ein Bild machen:

Wir tanzen erst langsam und dann schnell, wem das Langsame zu lahm ist, spule bitte vor. :) Das ist übrigens das Mixed Team 1, und ich bin dabei. Insgesamt sind wir mit fünf Teams in vier Classes angetreten, Ladies, Mixed 1, Mixed 2, Mixed under 16 und… Display.
Display ist quasi die Kür, eine maximal acht Minuten lange Choreographie, die sich aus mindestens drei Tänzen zusammensetzt. Meistens sind es ein paar mehr. Und ein paar Tänzer mehr als die üblichen acht. Wer Zeit hat, lehne sich zurück und genieße:

Wir hatten übrigens Livemusik, Ilona und Edwin haben uns mit Blockflöte und Klavier unterstützt. Das ist auch gleich ein ganz anderes Tanzgefühl als mit CD-Begleitung. :)

Das war also Newcastle. Nächstes Jahr setze ich aus, aber in zwei Jahren wäre ich gerne wieder dabei. Die Große auch. Die Kleine will auch unbedingt. Und vielleicht lässt sich mein Mann auch noch überreden und wir hängen noch ein paar Tage Familienurlaub dran oder so. Dann wäre es eine richtig runde Sache. :)

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