Na gut, ich gebe es zu:
Ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Mittleren. Sie sitzt momentan zwischen allen Stühlen, seit sie ihre Familienposition als Jüngste aufgeben musste und gleichzeitig die Große zum Schulkind aufstieg. Es gibt sogar einen Fachausdruck für ihren Platz in der Familienkonstellation, sie ist ein „Sandwich-Kind“. Wie der Belag beim Sandwich zwischen zwei Kindern mit etablierten Rollen, egal wie rollenfrei man seine Kinder erzieht.
Im Kindergarten gibt es momentan nur ein Kind in ihrer Gruppe, das älter ist als sie selbst, und dabei wird sie erst 2016 eingeschult. Da fehlt ein kompletter Jahrgang, an dem sie sich orientieren könnte. Im Kindergarten ist sie also groß und gleichzeitig nicht, da sie noch kein Vorschulkind ist. Zuhause ist sie nicht groß, weil die Große mit Schulbeginn einen Riesensprung gemacht hat, klein ist sie aber auch nicht, verglichen mit dem Baby, also was ist sie eigentlich überhaupt? Und wie kann ich als Mutter sie unterstützen bei ihrer Selbstfindung? Dass ich selber auch ein Sandwich-Kind war, ein doppeltes sogar (3. von 4 Kindern, 2. von 3 Mädchen), hilft übrigens nur bedingt. Ich kann sie zwar verstehen, aber finden muss sie sich selbst.
Was ich tun kann und getan habe, ist sie zu besonderen Gelegenheiten in den Mittelpunkt stellen und ihr einen aufwändigen fünften Geburtstag bescheren. Sie wünschte sich eine Eiskönigin-Party als Kindergeburtstag, und das ist zugegeben im November ein sehr dankbares Thema.

Warum ich das erzähle? Weil in diesem Blog gleich zwei Posts folgen werden mit Ideen für eine Eiskönigin-Party, und mir bewusst ist, dass ich getrieben von Gewissen und Muttergefühlen deutlich mehr Aufwand investiert habe, als ich es normalerweise zu tun bereit bin. Und nicht nur ich. Gedankt wurde es übrigens nicht, die Kinder waren eher unempfänglich für gut vorbereitete Spiele. Was weniger an den Spielen und mehr am Charakter der Kinder lag, wie mir nach dem dritten Kindergeburtstag mit den Freunden der Mittleren allmählich klar wird. Letztes und vorletztes Jahr lief nämlich auch schon nicht so toll, während die Geburtstage der Großen immer sehr rund laufen.

Was ich eigentlich sagen wollte: Bitte haltet mich nicht für die absolute Supermama, wenn ich gleich Ideen ausbreite. Ich bin eigentlich nicht sooo perfektionistisch! Und da meine Party-Posts laut Statistik ziemlich viele Leute anlocken, gibt es diese Vorrede für meine Stammleser als gesonderten Artikel, sonst würde der eigentliche Post abschreckend lang.

Punkt.

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