So sah meine Idee des heutigen Tages aus:
Ich darf etwas länger (bis 7:15 Uhr) schlafen, weil man mir allmählich doch deutlich anmerkt, dass die Akkus leer sind. Dann helfe ich der Großen mit ihren Haaren, trinke einen Kaffee, mache die Mittlere, den Kleinen und mich fertig und bringe die Mittlere zum Kindergarten. Anschließend in Ruhe frühstücken, stillen, einen Spaziergang zur Schule machen und in der Weihnachtsbäckerei, die die 1a heute veranstaltet hat, Kekskerzen mit den Kindern „backen“. Die Große danach gleich mitnehmen, eben noch fürs Mittagessen einkaufen, kochen, essen, Mittagspause zusammen mit dem Kleinen. Um 15 Uhr die Große zum Ballett bringen, bei einer Freundin den seit Monaten ausstehenden Kaffee trinken gehen, Großeinkauf machen. Zu Hause die Bastelaktion für die Klassen-Weihnachtsfeier Morgen vorbereiten, Kinder bei der Tante abholen und ins Bett stecken, vor dem Fernseher ein bisschen Auftragshäkelei oder vielleicht noch mal an die Thesis-Zusammenfassung.

So sah mein heutiger Tag aus:
Funktioniert hat der Teil mit ein bisschen länger schlafen. Dann Trotzanfall der Mittleren, weil ihr keine einzige Socke mehr passt (angeblich), der damit endet, dass ich das Kind barfuß vor die Tür schicke, damit sie ihre Einstellung zu Socken im Dezember überdenkt. Kaffee stürzen, während ich die Mittlere zwinge, sich die Zähne zu putzen (Alle!). Ich bin eine fürchterliche Mutter. Anruf entgegennehmen, dass die Mitfahrgelegenheit zum Ballett für die Mittlere mit Magen-Darm im Bett liegt. Mittlere, Kleinen und mich irgendwie fertig machen und im Schweinsgalopp zum Kindergarten, weil wir durch die Sockenaktion viel zuviel Zeit verloren haben. Ab nach Hause, Kleinen wickeln, Frühstück ausfallen lassen, dem Kleinen eine Stillmahlzeit aufzwingen, damit er nicht während der Weihnachtsbäckerei auf die Idee kommt, und los zur Schule. Nach Schulschluss der Großen eine halbe Stunde lang zusehen, wie sie äußerst pflichtbewusst ihren Fegedienst macht. Dann schon wieder im Galopp zum Metzger, bevor der Mittagspause macht. Kochen, stillen, essen, Kleinen und Große samt Ballettsachen und Hausaufgaben mitten im Hagelschauer ins Auto packen, im Kindergarten Mittlere einsammeln, weiter zur Ballettschule. Überraschung: heute ist Elternstunde, ich „darf“ also mit rein. Schnell mit der Großen Hausaufgaben machen, während die Mittlere sich umzieht. 45 Minuten zugucken. Dann Freundin anrufen, dass ich keine Zeit für Kaffee habe, da die Große möchte, dass ich bei ihr auch gucke. Irgendwie hat sie ja Recht. Stillen, wickeln, eine Stunde lang der Großen zugucken. Sie hat sich gut gemacht im letzten halben Jahr. Große und Mittlere bei der Tante abgeben, Großeinkauf. Ab nach Hause, Auto ausladen, dabei Mann beschimpfen, der die Wasserkästen mit seiner Bandscheibe nicht schleppen soll. Auf’s Klo gehen. 20 Sekunden Stille genießen, bevor der Kleine seinen Hunger vermeldet. Stillen. Baby beim Mann lassen, wieder los, die Mädchen einsammeln. Drei Kinder ins Bett bringen, Bastelaktion vorbereiten. Um 21 Uhr mit der Häkelnadel und gelber Wolle auf dem Sofa zusammenbrechen. War noch was? Abendessen lasse ich ausfallen, kein Hunger. Thesis? Muss Morgen reichen.

Ich wünschte, dass wäre ein untypischer Tag. Stattdessen ist es nur einer, der nicht ganz optimal funktioniert hat. Ich will gar nicht drüber nachdenken, wie das werden soll, wenn man den Kleinen nicht mehr überall mit hinnehmen kann, weil er nicht mehr bloß rumliegt. Und wie soll das gehen, wenn ich nächstes Jahr wieder arbeite?

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