Zwei Stunden habe ich letzte Nacht geschlafen bis zur ersten Stillmahlzeit, bis die Polizei Halali blies auf ein paar Einbrecher im Supermarkt um die Ecke (mit Hubschrauber, Wärmebildkamera, Bodentruppen und Hund. Die Pressemeldung klingt ein bisschen nach Betriebsausflug, findet mein übermüdetes Hirn). 

Zwei Stunden hat es gedauert, bis Polizeihubschrauber, Baby, wachgewordene Mittlere (zweimal) wieder ruhig waren und ich auch wieder schlafen durfte.

Zwei Stunden durfte ich schlafen, bis der Wecker klingelte und mich zurück in den All-Tag warf.

Zwei Stunden dauerte der Basteltag der Großen in der Schule. Marienkäfer und Frühblüher aus Papier sind entstanden, auf dem Heimweg dann eine großartige Suche nach den echten Vorbildern. Die Große kennt jetzt nicht nur Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Krokusse, Gänseblümchen und Hyazinthen, sondern auch Traubenhyazinthen und Stiefmütterchen. Sie erkennt die meisten Blumen am Blatt und nicht an Knospen oder Blüten. Und sie hat ihr neuestes Stoffpferd Zinthe genannt. Hüa, Zinthe! Mal gucken, wie lange dieses Wissen anhält. Irgendwie lernen wir die Blumennamen jeden Frühling neu.)

Zwei Stunden für Mittagessen, Hausaufgaben und eine Runde Antolin. Für meine Große ist das eine echte Ansage. Aber eine Freundin zum Spielbesuch ist Entschädigung genug für den „Stress“. :)

Zwei Minuten mit dem Pastor telefoniert und Taufe klargemacht. Wenn die Terminfindung mit der Familie mal so schnell gegangen wäre. Ich könnte drauf wetten, dass die Familie auch noch nicht durch ist mit dem Thema. Also, die Schwiegerfamilie. Denn: Tadaa! Schwiegereltern sind wieder da. Und schon steigt hier wieder unsere tägliche Seifenoper mit Konflikten, da käme der schlechteste Drehbuchschreiber betrunken nicht drauf. 

Zwei Stunden. Zwei Stunden fehlen noch an der Tecklenburger Turney, die ich heute eigentlich als für diese Runde bearbeitet präsentieren wollte. Zwei kurze Stunden. Vielleicht schaffe ich es noch, mit viel Glück. Eher nicht. Während ich das hier schreibe, liege ich auf meinen Bett und gebe durch meine Präsenz dem Kleinen die Gewissheit, die er braucht, um einzuschlafen. Er ist nicht gerne alleine. Wach nicht und schlafend auch nicht. Er liegt neben mir in seinem Bettchen und schnarcht. Zwei Stunden werde ich nicht warten, bis ich mich aus dem Zimmer schleiche und mir noch ein bisschen Erwachsenen-Abend gönne. Es sei denn, ich schlafe ein. während ich Ruhe ausstrahle. Vernünftig wäre es, nach der letzten Nacht. Zwei Stunden. Soll ich? Oder soll ich nicht?

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