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Ich erinnere mich an meine erste Begegnung mit M. Ich war in Elternzeit mit der damals noch winzigen Großen, sie frisch eingestellt zur Einarbeitung in „meiner“ Bücherei. Wir unterhielten uns über Rebecca Gable, für mich damals eine literarische Neuentdeckung (ich hatte als erstes Buch „die Siedler vom Catan“ gelesen und danach lange kein weiteres Buch der Autorin angefasst. Ich Närrin!). Dann ging ich nach Hause und erzählte meinem Mann, dass ich eine sehr nette neue Kollegin habe. Und hoffte, dass wir uns anfreunden könnten, wenn ich wieder zur Arbeit gehe. Das hat dann auch geklappt. :)

M. und ich sind aufgewachsen wie Stadtmaus und Landmaus, und trotzdem stellen wir immer wieder gerne fest, wieviel wir eigentlich gemeinsam haben. Spielsachen, Bücher, Hobbys… offensichtlich sind wir unter vielen unterschiedlichen Schichten im Kern doch sehr ähnlich gestrickt. Irgendwie finde ich es immer seltsam, dass wir uns noch gar nicht sooo lange kennen. Wir sind gerade mal sechseinhalb Jahre befreundet (Lebensalter der Großen minus ein Jahr Elternzeit). Aber wir haben diese Jahre gut genutzt und eine Menge gemeinsamer Erinnerungen geschaffen.

Als ich daher auf die Idee kam, dass M. mit ihren beiden kleinen Töchtern eine Wimpelkette brauchen könnte, war schnell klar, dass ich diese selber nähen würde. Wimpelketten sind ja nun nicht wirklich eine Herausforderung. Und ein Gang durch meine Stoffvorräte förderte eine Menge Stoffreste zutage, die eine gemeinsame Erinnerung für M. und mich bergen:  

Zwei Kleider fürs LARP standen Pate für diese Wimpel, ein etwas festlicheres grün-weißes Leinenkleid, das schon sehr früh mal in diesem Blog aufgetaucht ist und ein eher schlichtes, das ursprünglich meiner Schwester gehörte und mit dem lilanen Wollstoff an meine Maße angepasst wurde.

In getupft ehemalige Kissenbezüge für die Stühle, die mittlerweile in der Küche stehen und auf denen M. schon sehr oft gesessen und einen Kaffee genossen hat. Zumindest hoffe ich, dass sie ih genossen hat. :)

Und passende Wimpel zum A-förmigen Rock, der sowohl bei M. als auch bei mir so oder ähnlich zusammengesetzt im Schrank hängt.

Stoffe von Zeemann, eingekauft gemeinsam mit M. und einem Berg Bastelmaterial für all unsere großen Mädels.  

Eine Hinterlassenschaft von Tante M. Da hat M. zwar keine besondere Beziehung zu, aber die Berge Handarbeitsmaterial hat sie mit gesichtet. Und mitgeholfen, die Sachen weiter in Umlauf zu bringen.

Und last bur not least Stoffreste aus dem Babyzimmer. Die hat M. mit ausgesucht, und sie sieht sie jede Woche, während unsere Kleinen „Kullerstunde“ haben. Oder neuerdings „Kriech- und Krabbelstunde“. :)

Insgesamt waren es dann natürlich viel zu viele Wimpel für eine einzelnen Wimpelkette, es sind drei geworden. Aber alle drei sehr schön, oder nicht?

 

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