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Unsere Wohnzimmeruhr ist kaputt gegangen. Was ich einerseits bedaure, da die Uhr mit Fotos bestückt war und daher sehr persönlich. Andererseits passte sie meiner Meinung nach nicht mehr so richtig zum restlichen Wohnzimmermobiliar.

(An dieser Stelle fällt mir wieder einmal die Geschichte mit dem Klavier meiner Eltern ein. Die geht so: Früher stand bei meinen Eltern im Wohnzimmer ein weißes Klavier. Das wurde von diversen Kindern zwecks musikalischer Erziehung malträtiert, und nachdem sich Spreu von Weizen (ich: Spreu) getrennt hatte, genügte es den Ansprüchen nicht mehr. Also gab es ein neues Klavier. In schwarz. Das sah leider mit der Tapete dahinter nicht aus, also wurde die Tapete ausgetauscht. Dann passte die Bücherwand nicht mehr zur Tapete, dann die Sitzgarnitur nicht zur neuen Bücherwand, schließlich der Fußboden nicht zur Sitzgarnitur. Und der Raumteiler! Ging gar nicht. Eine Komplettrenovierung wegen eines Klaviers in der falschen Farbe. Und als schließlich alles ausgetauscht war, waren die Kinder aus dem Haus und meine Eltern verliebten sich in eine Klavierantiquität. In braun.)

Also habe ich seit Urzeiten endlich mal wieder einen Flohmarkt besucht und erfolgreich eine Wanduhr gefunden. (Na gut, heute wird ein Klammerartikel. :) In Janoschs „Oh, wie schön ist Panama!“ heißt es, der kleine Bär ging in den Wald, Pilze finden. Was ich unendlich viel besser finde als Pilze zu suchen! Erfolg ist eine Frage der Einstellung?! Mindestens ist wieder einmal der Beweis erbracht, was die deutsche Sprache alles wunderbares kann. :)

imageLeider hat die fragliche Uhr eine fragwürdige Farbe. Vorne drauf ging ja noch, aber innen drin und an den Seiten ein hübsches (?) Eiche rustikal. Ich mag Eiche rustikal nicht. Wirklich nicht! Wobei man es sauber trennen muss von Eiche massiv … aber ich schweife ab. Ich wollte eine Pendeluhr, die nicht zu laut tickt, länglich und irgendwie hölzlich. Und sie sollte zum restlichen, shabby-romantischen Wohnzimmermobiliar (Ausnahme ist die moderne, knallrote Couch) passen. Außerdem hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die Uhr im Urlaub zu kaufen. Der Flohmarkt war am letzten Tag, insofern hab ich echt Glück gehabt. Oder die Uhr hat Glück gehabt. :)

Das mit der Farbe lässt sich ja regeln. Ich hab schon ewig nichts mehr weiß gestrichen. Hier wartet zwar noch eine ganze Kommode, aber um in Übung zu bleiben, kann auch erst mal eine Wanduhr herhalten. Und was soll ich sagen? Möbel weiß streichen ist nicht nur meditativ, in den meisten Fällen ist es eine echte Verschönerung. :)image

Der erste Kommentar meines Mannes, als ich vom Flohmarkt zurückkam, lautete übrigens: „Oh Gott!“ Man sollte meinen, vom Schlafzimmertapetendesaster (lilane Blumenranken auf weiß. Aber nur an einer Wand!) hätte er gelernt, was ihm blüht, wenn er mich alleine einkaufen lässt …

Zum Ausklang gibt es heute ein Foto meines aktuellen Handarbeitslieblingsplatzes (oder Lieblingshandarbeitsplatzes?). Mit der neuen alten Uhr an neuem alten Platz. (Neu für die Uhr, alt für uns. Die letzte Uhr hing auch da.) Bitte nicht erschrecken, das Foto ist genau in diesem speziellen Licht entstanden, in dem die Wandfarbe einen ganz unangenehmen Ton hat. Je nach Licht wirkt die offiziell sandfarbene Wand grau, gelblich, fast weiß, cremefarben, sandfarben oder eben irgendwie unangenehm rosa. Als ich es das erste Mal gesehen habe, war ich schockiert, aber da war es zu spät und die teure Farbe an der Wand. Man gewöhnt sich dran. Und kann sich zur rosanen Stunde immerhin sagen, dass es bald vorbei ist und die Wand dann das schöne abendliche Gelb annimmt. ;)image

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