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Im letzten Jahr habe ich eine Menge Zeit in unserer Wohnung verbracht, und wie das dann so ist, wenn man den ganzen Tag drin hockt, beginnt man sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zumindest bei mir ist das so. Nach der ersten Elternzeit vor sieben Jahren hatte ich erstmals das Gefühl, die Küche wirklich in Besitz genommen zu haben, was mir auch von anderen bestätigt wurde. Ein Jahr lang drei bis vier (Baby-)Mahlhzeiten am Tag zu Hause zubereitet, und „plötzlich“ sind alle Kochuntensilien so untergebracht, dass man nicht lange kramen muss, um an irgendwas dranzukommen. Beim Einziehen in eine Wohnung ist es ja meistens so, dass erstmal alles auf die vorhandenen Zimmer und Schränke verteilt und die Sinnhaftigkeit der Verteilung zunächst nicht in Frage gestellt wird. Kann man ja später in Ruhe machen.

Wartet ihr auch noch auf die Zeit, wo ihr endlich mal Ruhe genug für solche Aktionen habt? Ja? Dachte ich mir. :)

Mittlerweile ist es zwei Jahre her, dass wir in eine größere Wohnung umgezogen sind, was damals alles nicht so reibungslos geklappt hat wie gedacht – hauptsächlich, weil zwei Tage vor dem Umzug nach einer Stunde Starkregen der halbe Stadtteil unter Wasser stand. Inklusive des Betriebs meines Mannes und unseres Kellers voller dann ehemaliger Umzugskartons. Statt zu packen haben  wir Sachen zum Trocknen ausgebreitet und versucht, zwischen all dem nassen Zeugs Schneisen für die Umzugshelfer zu schlagen. Das war nicht schön. Egal, viele sehr nette und sehr fleißige Menschen haben uns geholfen, all unsere ungepackten Sachen um eine Etage in die neue Wohnung zu verlagern und erstmal alles möglichst sinnvoll wieder auf die Zimmer und Schränke zu verteilen. Den Rest wollte ich dann später „in Ruhe“ machen. Zwei Jahre, einen Masterabschluss und ein Kind später war dann Elternzeit und wie eingangs erwähnt Wohnungszeit. Nicht unbedingt ruhig, aber trotzdem mit Leerlauf. Dann habe ich auch noch ein einschlägiges Buch gelesen, das Lust aufs Auf- und Ausräumen machte, und schon ging es los. Unter anderem wurde das Bücherregal im Wohnzimmer neu sortiert. Jetzt finde ich die Bücher wieder, dafür mein Mann nicht mehr. Da ich aber die Fachfrau bin, wagt er nicht zu widersprechen. ;) Ich rede ihm ja auch nicht rein, wie er seine Magickarten aufbewahrt! Und ich habe nicht nur Bücher sortiert, ich habe auch Bücher reduziert. Und ein paar Bücher zur Seite gelegt, um sie weiterzuverwenden.

Mittlerweile gibt ganze Bücher mit Bastelideen, was man aus alten Büchern noch so machen kann. Und viele, viele bunte Internetseiten mit kostenlosen Anleitungen und noch mehr Ideen. Eine dieser vielen Ideen geht so:

Buchdeckel und -rücken entfernen, Schablone mit einer halben Vase anfertigen, alle Seiten schneiden, erste und letzte Seite zusammenkleben, fertig.imageIch habe extra ein dickes Buch genommen, damit am Ende ein Reagenzglas in die Mitte passt, das hat aber leider nicht funktioniert. Und 400 Seiten schneiden geht schneller, wenn man einen wirklich guten Cutter nimmt. Das war mir auch nicht immer klar. :(

Es hat ein bisschen zu lang gedauert, um wirklich Spaß zu machen, aber ich finde das Ergebnis sehr hübsch. Und während ich das hier schreibe, überlege ich, ob ich nicht beim nächsten Mal (Ha! Bis gerade war mir nicht klar, dass es ein nächstes Mal geben würde!) einen Hohlraum einarbeite, in den man dann ein Glasgefäß setzen kann … damit könnte man dann auch eine echte Blume in die Vase stecken? Könnte klappen … Dafür eine weniger komplexe Außenform, denn den Hals mit der Ausbuchtung oben konnte man auch mit einem guten Cutter nicht unbedingt gut schneiden.

Ich glaube, das war nicht meine letzte Buchvase. Auch wenn das Bastelsystem noch verbesserungswürdig ist. Wahrscheinlich gerade weil das System noch verbesserungswürdig ist, das sähe mir ähnlich. :)

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