Eine Anmerkung vorab: Ich kämpfe momentan nicht nur mit meinen Handarbeiten, sondern auch mit dem Schreiben von Artikeln für diesen Blog. Irgendwie will es einfach nicht annähernd flüssig, geschweige denn locker-flockig, witzig formuliert aus den Fingern in die Tasten fließen. Weiß der Himmel warum. Es könnte mit den Nächten zu tun haben, die mir der Kleine momentan beschert. Die wiederum damit zu tun haben könnten, dass ich momentan vermehrt Nachmittags arbeiten darf. Das macht richtig Spaß (ich liebe die rummelige letzte Stunde vor Schließung), reduziert aber leider die Familienzeit auf etwa anderthalb muffelige Stunden morgens und ein bis zwei müde Stunden abends. Das ist zu wenig, findet der Kleine, und holt sich nachts, was tagsüber nicht drin war an Kuscheleinheiten und Mamazeit. Was wiederum bedeutet, dass ich mich jetzt bitte auf der Arbeit selbst verwirkliche und erhole, denn Zeit für mich selber ist zu Hause nicht eingeplant. Vielleicht liegt es auch am Stresspegel, der wie gewohnt Ende des Jahres hoch geht. Von St. Martin an ist für meine Kinder das Leben quasi ein einziger Feierrausch. Zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen (Laternenfeste, Nikolaus, Advent, Weihnachten mit jedes Jahr mehr Weihnachtsfeiern, Silvester) haben beide Mädels in dieser Zeit Geburtstag. Und einige ihrer Freundinnen. Ich mag jedes einzelne Fest, aber in der schieren Masse bedeutet es jedes Jahr wieder, dass mir beim Blick auf den Kalender irgendwann schlecht wird. Meistens beschließt mein Immunsystem dann spontan, ein bis zwei Wochen Auszeit zu nehmen. So genau will es sich da nicht festlegen. Egal, was es ist: Es tut mir leid. Ich sehe die Zugriffszahlen auf meinen Blog, die stetig steigen, was mich wirklich sehr freut. Und es tut mir wirklich leid, dass ich im Moment nur spröde, ungelenke Artikel zustande bringe. Ich hoffe, dass das bald wieder besser wird! Aber jetzt weiter zum eigentlichen Artikel:

Julia von „Words & Stitches“ ist ein wunderbarer Mensch. :) Sie ist ein bekennender Fan der Stadtbücherei, und sie hat an mich gedacht und mir einen dicken Umschlag voller gestrickter Patches in verschiedenen Größen geschickt. Mit einem Gute-Laune-mach-, kreativ gestaltetem Brief dabei. Seht selbst:

Ich habe mich sehr, sehr, sehr gefreut! Die Patches sind alle eher klein und damit perfekt, um die entstehenden Lücken zwischen verschieden großen Patches in der Decke zu schließen. Auf dass ich kein zweites Mal „alle meine Entchen“ spielen muss. ;)

Meine eigene Leistung in den letzten zehn Stunden war dagegen eher übersichtlich. Erst habe ich mich unheimlich schwer getan mit der roten, feinen Wolle. Naja, eigentlich der unterschiedlich dicken Wolle, der Faden wird nämlich immer dünn und dick, allerdings bei einem sehr dünnen Grundfaden. Mit einer solchen Wolle in gelb habe ich als Neunzehnjährige stricken gelernt (schon zum zweiten Mal, aber diesmal erfolgreich), daher hatte ich mich sehr darauf gefreut, aber irgendwie war es nur mühsam. Bis ich ein zweites, kleines Restknäuel der roten Wolle fand und einen Versuch wagte, zweifädig zu stricken. Da flogen die Nadeln dann plötzlich. Leider dauerte der Spaß nicht allzu lange, denn es war ein wirklich sehr kleines Restknäuel gewesen. Also weiter einfädig durchgekämpft, bis der Geistesblitz in das orange-gelbe Wollglas einschlug. Zweifädig mit einem gelborangen Knäuel als Zweitknäuel weiter, und schließlich ein Abschluss in gelborange. Ich weiß nicht, wie ich die Farbe sonst bezeichnen soll, das ist weder richtig gelb noch richtig orange. Irgendwas dazwischen, ohne ocker zu sein. Oder so. ;) image

Als nächstes habe ich dann noch diagonale Streifen in hellblau gestrickt, auch das bis zum Ende des kleinen Knäuels. Und dann hatte ich es auch in nur drei Wochen geschafft, zehn Stunden zu stricken. (Und etwa 100 Geschenke einzupacken (Geburtstag, Adventskalender für drei, Nikolaus für drei, Weihnachten für drei), einen Schreibtisch aufzubauen (Geburtstag), den Backofen zu schrubben, die Küchenfronten abzuwaschen, Herbst- gegen Winterdeko auszutauschen, Apfelmus zu kochen, Joghurt und Frischkäse zu machen usw. Irgendwas ist ja immer.) image

Und wo ich dann gerade mal dran war mit den vielen Patches von Julia und den beiden von mir, habe ich eine der bestehenden Patchworkdecken geholt, mit der Unterseite nach oben ausgebreitet und Patches gepuzzlet. Und … image

… große Überraschung: So wahnsinnig viel fehlt gar nicht mehr! Nur so besonders regenbogig sieht es noch nicht aus, da muss definitiv noch lila rein! In der Mitte liegt übrigens ein sehr dunkelblaues, großes Patch, leider muss man bei diesem Untergrund sehr genau hinsehen, um es zu erkennen. Und wie man übrigens auch erkennt, bin ich bei der Umrandung meinem guten Vorsatz nicht nachgekommen und habe nicht jeden Tag zehn Reihen gestrickt. Das wird noch eine Weile dauern. Und ganz so kann ich es von der Farbkombination auch noch nicht lassen, das ist ein bisschen krass mit dem blaugrünen Rand und dann Rot oder orange dran. Aua! Aber ein bisschen was an Pufferplatz habe ich ja auch noch. Demnächst also lilane Patches und weiße. Vielleicht ganz schmale, lange, so als Rand vor dem Rand, das könnte gut aussehen und würde das Farbenbeißproblem lösen. Immerhin fühlt es sich so an, als könnte diese Decke irgendwann fertig werden. Kein episches Projekt, hurra!

Nun ja, aber jetzt wieder weg mit der Decke und rein in die Rotation. Ich vermisse meine Sticknadel!

  1. Celtic Christmas (7)
  2. Gästehandtücher (7/7)
  3. Klarinette (10)
  4. Tecklenburger Turney (10)
  5. Wrath (10)
  6. Patchworkdecke (7)
  7. Es war einmal (3)
  8. ??? Freischuss ???

Zwischendurch nähen werde ich auch (müssen), aber ehrlich gesagt habe ich meine liebe Müh und Not mit den Tartan-Röcken. Ich werde die Hilfe meiner Mutter in Anspruch nehmen müssen, um meine Zuschneideprobleme zu lösen. Immerhin, die eine Stelle, die ich nicht verstand und bei der ich kein gutes Gefühl hatte, war auch tatsächlich falsch. Schön, dass ich beim Nähen eine gute Intuition habe. Die hilft nur leider nicht bei Karos. :( Erster Versuch, gleich verschnitten. Hoffen wir mal, dass der Stoff reicht für einen Rettungsversuch. Ansonsten rätsle ich schon wieder über meinen Freischuss und habe eine Entscheidung getroffen, welches Projekt nach dem Freischuss in die Rotation kommt: Joan Elliotts „Twelve days of christmas“ (Link zu etsy.com)

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