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Ich bin Bibliothekarin. Ich habe mir meinen Beruf nach Neigung ausgesucht und bin sehr glücklich mit meiner Wahl. Aber manchmal muss ich doch über mich lachen. :) Eigentlich war mir bei meiner Berufswahl unter anderem wichtig, dass ich eine Grenze ziehen kann zwischen meinem Privatleben und meinem Beruf. Deswegen bin ich nicht Sozialarbeiterin oder Gemeindereferentin oder etwas ähnlich Soziales geworden. Ich wollte mein Büro abschließen und meine Arbeit hinter der Tür lassen können. Das hat natürlich nicht geklappt. So wie Grundschullehrer dazu tendieren, auch alle Erwachsenen in ihrer Umgebung zu organisieren (no offense meant!) oder Lebensmittelchemiker sich die Zutatenliste auf jedem Produkt anschauen, erwische ich mich im Alltag permanent dabei, Dinge zu ordnen und zu kategorisieren. Das fängt bei meinen Ordnern auf dem Computer an, wo jede Datei einen passenden Platz findet, und hört bei Einkaufszetteln, die nach der Anordnung der Regale im Supermarkt angelegt werden, noch lange nicht auf. Ein paar Beispiele gefällig? image

Der Klassiker: Bücher nach Kategorien. Bevor der Kleine neu sortiert hat, innerhalb der Kategorie nach Autor, und wie man auf dem Bild sehen kann, Serien in Reihenfolge. Früher hatte ich die Bücher auch mal nach Farbe sortiert, aber dafür gab es nur ungläubige Blicke und spöttische Bemerkungen. Dabei sah es wirklich gut aus!image Glückwunschkarten nach Anlass. Da ich schöne Karten immer mur finde, wenn ich gerade keinen Anlass habe, gibt es bei uns einen Fundus an Karten. Vorne im Karton ein Teaser auf kommende Kolumnen. :) image Wolle nach Farbe. Das hatte ich vor zwei Jahren schin mal im Blog gezeigt. Mittlerweile hat sich die Zahl der Gläser fast verdoppelt (Danke, Tante M.!), aber das Prinzip funktioniert immer noch. Ein Zeichen für eine gut funktionierende Systematik. (Berufskrankheit, eindeutig.)

image Schuhe nach Farbe. Oben schwarz, unten braun und bunt. Dass ich überhaupt genug Schuhe besitze, um sie zu kategorisieren, will ich eigentlich gar nicht näher beleuchten. Deswegen ist das Bild so schlecht belichtet. ;)

image Und die Baby-Anziehsachen im Schrank beschriftet. Und das auch noch falsch! Ich gebe zu, das stammt noch aus der Zeit, als ich im Krankenhaus war, Zweitkind bekommen, und der Mann zu Hause die damals noch sehr kleine große Tochter allein versorgen musste. Er kam einfach nicht klar mit der Ordnung im Schrank. Deswegen sind übrigens auch die beiden Besteckschubladen (Küchenhelfer und Vorlegebesteck / Besteck) beschriftet.

Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr Ordnungshilfen fallen mir im Haushalt auf. Die meisten sind vermutlich normal: Handtücher nach Größe, Garderobenhaken nach Altersreihenfolge der Familienmitglieder, Dekoration nach Jahreszeiten und Festen … bei anderen bin ich mir nicht sicher, ob das noch normal ist. Stoffreste nach Farbgruppe, Pullover und T-Shirts nach Farben, Hosen und Röcke nach Tragehäufigkeit, Haarutensilien nach Art (Spangen, Gummis, Bänder, Reifen), Medikamente nach Krankheit (Schmerzen, Allergie, Magendarm, Erkältung, Sonstiges), Stifte nach Art (Bleistifte, Kugelschreiber, andere). Und so weiter, und so fort. Und das Schlimmste: wer bei uns zu Besuch ist, sieht unter dem oberflächlichen Chaos die tiefgreifende Ordnung nicht mal!

Und bei euch so? Seid ihr auch berufskrank? :)

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