Ich bin zwiegespalten. Geht mir das ganze bunte Dekogedöns, umgeben vom Chaos, wie nur Anderthalbjährige es verbreiten, nun auf den Keks? Sehne ich mich nach klaren Linien und schlichtem Weiß? Oder ist es das ewige Grau vor dem Fenster, dieses gar nicht mehr hell werden, was meine Stimmung so verdüstert? Brauche ich mehr Farbe? Mehr Licht, schreit mein Gemüt. Mehr Ruhe, mehr Zeit, weniger „Mamaaa?!“, weniger Herumgezerre an mir, vom ersten liebevollen Fußtritt am Morgen (Der Kleine spielt Dinner for one im Bett. Ich bin der Tiger. Ich fühle mich auch wie der Tiger.) bis zum letzten Aufräumen am Abend. 

Was hilft? Kraftquellen finden. Freundinnen (in den letzten Tagen Julia, die beste M. der Welt, die bezaubernde B. und mein Lieblingstechniker, Michaela samt Flasche Sekt und die nördliche „Ich muss fünf Minuten warten, bis der Trockner im Waschsalon fertig ist, hast du Zeit?“ Schwester). Frische Luft, dreckige Fingernägel und Primeln.  

 
Gedeihen auch im Schatten. :) Die helfen tatsächlich, auch im Regen. Ich stehe gefühlt zwanzigmal am Tag am Esszimmerfenster und atme tief durch, während ich mir die bunten Farbtupfen draußen ansehe und die ersten Schneeglöckchen und die über 140 grünen Spitzen, die aus allen Pflanzsteinen linsen. Anscheinend kommen tatsächlich alle gesetzten Zwiebeln aus! 

Schon wieder kein Handarbeitspost. Vielleicht hat meine schlechte Stimmung auch andere Gründe?

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