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Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Heute wäre es wieder so weit, und ich war fest entschlossen. Bis halb elf heute Morgen fing der fünfte März wunderbar an, ging gut weiter und entwickelte sich immerhin brauchbar. 

Dann hatte ich drei Kinder ins Auto gepackt, von denen sich zwei auf dem Weg zum Supermarkt dermaßen in die Haare bekamen, dass ich ernsthaft erwog, sie im Auto zu lassen und mit dem Kleinen zusammen „in Ruhe“ einkaufen zu gehen. Hätte ich es mal getan, dann hätte ich mir den Trotzanfall der Mittleren erspart, die den Laden zusammenschrie (und es ist ein großer Laden), weil ich ihr nicht erlaubte, einen völlig überteuerten, singenden und tanzenden Plüschpanda zu kaufen. Pädagogisch vermutlich nicht einwandfrei zwang ich Kinder und Einkäufe zurück ins Auto, kaufte noch Trost-Schokohasis beim Bäcker und durfte mich zu Hause daran „erfreuen“, dass der Mittleren der Hasi nicht mundete und sie stattdessen fest entschlosen war, alle ihre Stofftiere zu verschenken, wenn sie dann den Panda haben dürfe. Darf sie nicht. Im weiteren Verlauf des Tages entstand im Wohnzimmer ein Berg aus allen Stofftieren, die die drei Kinder zusammen besitzen. 156 Stück. (Zu Ostern werden es noch drei mehr.) Eigentlich sollte der Berg veranschaulichen, dass man nicht immer noch mehr Stofftiere braucht, aber die Kinder waren einfach nur begeistert.

 Die Kinder wähnten sich im Paradies, trotzdem gab es keine Pandakauferlaubnis. 

Später entstand im Zimmer der Mittleren ein Berg aus all ihren Sachen, die den Weg in die richtige Kiste nicht gefunden hatten. Das waren sehr viele, der Berg ungefähr so groß wie 156 Stofftiere. Noch später war das Zimmer  aufgeräumt, die Große fand ihres nicht mehr hinter den 122 Stofftieren, die unbedingt bei ihr (wieder) einziehen mussten. Bis zum Abend gab es immerhin eine Schneise durch das Stofftiergebirge bis zu ihrem Bett – und zwei ausgelesene Bücher, die sie unbedingt noch bei Antolin eingeben musste. (Von Fremden hat sie das nicht.)

Die Mädchen beschäftigt, der Kleine beim verspäteten Mittagsschlaf, und Mama hat Zeit, das Winterfensterbild abzunehmen. Jetzt muss nur noch eine gute Fee vorbeikommen, die ihren Zauberstab schwingt und die Fenster putzt. Während ich mich später mit dem vierseitigen Aupair-Vermittlungsauftrag auseinandersetze, wirft der Kleine eine meiner Lieblingsdosen zu Bruch, vertilgt vier Mandarinen und ist ansonsten putzmunter und unverändert kletterfreudig. Vier Seiten können wirklich, wirklich lang sein, wenn man soviel Ruhe hat. Noch später koche ich Abendessen und der Kleine wirft sich kopfüber von der Damenbank. Ich lerne, wie man mit Beulen ordnungsgemäß umgeht (Kühlen war klar, aber ab wann muss man zum Arzt?), die Mädchen lernen, was eine Gehirnerschütterung ist (Gott sei Dank nur theoretisch), und ansonsten ist es der übliche Abendstress. Den Kindern schmeckt das Essen nicht, mir schmeckt ihre Trödelei nicht, dem Kleinen schmeckt die Tatsache nicht, dass er ins Bett muss. Die Augsburger Puppenkiste samt Kater Mikesch versöhnt uns wieder mit der Welt. (Zitat: Ist er nicht prima? – Prima! – Prima!) Und dann ist der Abend für die Kinder vorüber, und ich sitze mit meinem Stickzeug auf der Couch und frage mich, wie ich solch einen Tag in einen würdigen Blogbeitrag verwandeln kann. Ich kann es nicht, fürchte ich, also wird es heute wohl nichts mit der Tagebuchbloggerei. Oder doch?

:)

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