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Wenn man zu oft auf Handarbeitsmessen geht, sieht man sich irgendwann satt. Die Angebote verändern sich von Messe zu Messe nicht sooo sehr, dass es beim vierten oder fünften Mal noch Spaß machen würde, sich durch Dutzende Boxen mit Stickpackungen zu wühlen. Daher gehe ich nicht jedes Jahr zur Creativa, Europas größter Handarbeitsmesse, auch wenn sie gleich bei mir um die Ecke stattfindet. Mein letzter Besuch war drei Jahre her, also wurde es dieses Jahr mal wieder Zeit. Mit reichlich Budget, einem fast leeren Rucksack und der besten Freundin ging es am Freitag auf nach Dortmund. Wir wollten lieber unter der Woche hin, um nicht in die Besucherströme am Wochenende zu geraten. Und obwohl wir kurz nach Öffnung da waren, muss ich ehrlich sagen: Wenn das „nicht so voll“ war, will ich „voll“ lieber nicht erleben. Du liebe Güte! 

Mein Budget hat übrigens nicht gereicht, am Ende musste ich mir tatsächlich noch 3,- Euro leihen, für einen süßen Holzwurm, den mein Lieblingsneffe zu Ostern bekommt.  

  Den Wurm habe ich zusammen mit dem Laufdrachen für meinen Kleinen bei Madera gekauft. Die Firma hatte ich vor Jahren mal auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt gesehen und damals einen Katalog mitgenommen. Als der mir vor ein paar Monaten wieder in die Finger fiel, verliebte ich mich in den Laufdrachen, wollte ihn mir aber lieber noch mal in echt angucken. Und da ist er. :) Ich hoffe, dass mein kleiner Rabauke genauso viel Spaß an dem Flitzer hat wie ich. 

Auf dem Foto ist übrigens nicht nur die Ausbeute der Creativa, sondern der gesamte Handarbeitsneuzugang des Monats März. Na gut, bis auf das neu gekaufte Stickgarn für die kleine Stickfee. Dafür habe ich vergessen, die neue Gürteltasche und die Krümelbürste mit Auffangfach dazuzulegen, die waren beim Aufnehmen der Fotos schon im Einsatz, und da ich bei Tageslicht fotografieren wollte, ohne dass die Kinder es mitbekommen, konnte ich die Sachen in dem Moment auch nicht holen. Ist halt so.

Außer bei Madera habe ich wunschgemäß beim „Kleinen Troll“ zugeschlagen. Die letzten Bastelpackungen hatte ich ja erst mal zwei Jahre in der Schublade reifen lassen, bevor sie dann in Windeseile und mit großem Vergnügen genäht waren, also musste Nachschub her. Ein Erdbeerkind, eine Pomponhexe und drei Schäfchen sind es geworden. Und ich habe mich wirklich sehr zusammenreißen müssen. :)

Die größte Investition waren allerdings, wen wundert’s, Stickpackungen. Die sind so lange teuer, bis man sich ausrechnet, wieviel man für Vorlage, Stoff, Garne und Nadel eigentlich ausgeben müsste, dann geht es. Und wie der Verkäufer beim Cross stitch corner sagte, an so einer Stickpackung hat man wesentlich länger Freude als an einem Kinoabend mit Popcorn fürs gleiche Geld. Auf der Homepage habe ich übrigens ein Bild vom Stand auf der Creativa gefunden:  

  

Es ist halt doch etwas anderes, ob man sich die Stickbilder im Internet anschaut oder ob sie vor einem an der Wand hängen. Gekauft habe ich hier „nur“ zwei Packungen, die anderen beiden stammen vom Schlussverkauf bei Monika Arnold. Mit ihrem Internetshop ist eine der wenigen deutschen Quellen für ausgefallenere Sticksachen versiegt. *seufz*    

  Dimensions Gold collection ist wohl der Marktführer bei Stickpackungen, und ich kann es verstehen. Ich hatte schon das Vergnügen mit den Ballerina dreams, und diesmal haben mich die Pferde erwischt. Und das, obwohl ich gerade erst mit „Splashdown“ eine Pferdepackung gekauft hatte, damit die Große ein besser zu ihr passendes Bild für ihr Zimmer bekommt. Vermutlich darf ich mich als Dimensions-Fan bezeichnen? Aber zumindest bin ich damit nicht alleine. :)

Die Maus in der Walnusschale wandert zunächst in die Schublade, bis irgendwann ein passendes Baby auftaucht. Die Erdbeeren dagegen werden sehr schnell in der Rotation landen, in die habe ich mich dermaßen verliebt … und sie passen perfekt in „meine“ Ecke im Wohnzimmer, wo sich schon drei Beerenbilder versammelt haben: Himbeeren auf einem Metallschild, Johannisbeeren auf Papier und das Preißelbeermütterlein auf Holz. Jetzt noch Erdbeeren auf Stoff und ein Glas Brombeermarmelade. ;) Sammlungen, die so nicht geplant waren. Ist euch das auch schon mal passiert?

Was fehlt noch vom oberen Bild? Eine Schneeflockenpackung, die es beim Cross stitch corner dazu gab, ein Pferdestickbild für ein Kind, das vorerst noch in die Schublade wandert (die Packung, nicht das Kind), zwei Stickscheren, die der Osterhase den bastelbegabten Töchtern mitbringen wird. Nicht zum Sticken, sondern um ganz fein ausschneiden zu können. Hoffen wir mal, dass die Mädels verantwortungbewusst genug sind, die Scheren von ihrem kleinen Bruder fernzuhalten. Der schneidet auch sehr gerne, aber bitte nur unter Aufsicht. :) Ach so, und wie mir gerade auffällt, müsste die Nicht-im-Bild-Liste noch ergänzt werden um zwei Pixel-Packungen. Pixeln funktioniert ungefähr so wie früher Ministeck. Die Große wird zu Ostern einen Pixel-Schmetterling bekommen, die Mittlere ein Seepferdchen. Letzte Woche hat sie nach ihrem einwöchigen Ruckzuck-Schwimmkurs zu ihrem und unserem großen Stolz das Seepferdchen-Abzeichen gemacht. Die Große war ein Jahr älter und hat nach dem Schwimmkurs drei Wochen gebraucht. Daher konnte ich dem Seepferdchen-Motiv nicht widerstehen. Vermutlich sollte ich froh sein, dass ich mit einer kleinen Pixel-Packung davongekommen bin. 

Das nächste Mal auf eine Handarbeitsmesse darf ich wohl erst, wenn die Stickpackungen alle fertig sind. Denn Stickvorlagen im Ordner zu sammeln und mehr zu haben, als man jemals wird sticken können, ist das Eine. Aber teure Packungen sind etwas ganz Anderes. Sonst ende ich nachher noch so wie Tante M., deren unbenutzte Handarbeitssachen in zweistelliger Sackzahl bei mir angekommen sind, und das meiste entspricht dann nicht mal dem Geschmack meiner Handarbeitserbin. Aus der Erfahrung als Empfängerin sollte ich diese Lektion wohl gelernt haben!

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