Noch bin ich gut im Rennen mit der Tagebuchbloggerei. Ob ich vielleicht tatsächlich das ganze Jahr schaffe? Jetzt ist es gerade 22:35 Uhr, und ich habe heute tatsächlich nicht mitgeschrieben, weil zuviel zu tun war. Aber von vorne:

4:56 (Das brauche ich nicht mitschreiben, so was brennt sich ins Hirn.) Die klassische Eröffnung des Morgens: Schlechte Laune aus Kinderzimmer 3. Heute mal in intensiv mit Steigerung von Null auf hundert in zwei Sekunden. Und nein, es soll nicht nur der Nucki sein, her mit der Milch! Das ganze Prozedere dauert fünf Minuten, dann hängt der kleine Säufer an der warmen Milchflasche und ich wieder an meinem Kopfkissen. Schnarch.

6:15 Der Wecker klingelt. Ich bin gestern nicht zum Aufräumen für die Putzfrau gekommen und muss heute pünktlich zur Arbeit, also frisch auf ans Werk. Örghs. Mein Kreislauf würde gerne noch eine Runde liegen bleiben, wird aber nicht gefragt. Aufräumen, aufräumen, aufräumen, Frühstücksdosen packen, Große aus dem Bett werfen, Kakao machen und Kaffee einschenken, die Große antreiben und die Mittlere wecken, und schon ist 7:30 Uhr und ein Kind und fünf Müllsäcke haben die Wohnung verlassen. Nein, nicht zusammen! 

Ich selber habe meinen Kaffee noch nicht getrunken, war noch nicht im Bad und habe noch nicht eine Sekunde angehalten, um Luft zu holen, aber was soll’s. Ganz so hektisch ist es Gott sei Dank selten. Mir fällt siedendheiß ein, dass ich noch duschen muss, die Kinder 2 und 3 liegen immer noch im Bett, der Kaffee hat die übliche Trinktemperatur angenommen (kalt), und wenn wir heute nicht um 8:00 Uhr das Haus verlassen, komme ich zu spät zur Arbeit und die Azubine, die ab heute bei uns Krankheitsvertretung macht, steht schlüssellos und einsam vor der Büchereitür. 

8:00 Wir verlassen die aufgeräumte Wohnung Richtung Kindergarten. Wie wir das geschafft haben, ist mir auch heute Abend noch ein Rätsel und hat vermutlich viel mit meinem Mann zu tun, der sich heute Morgen einfach Zeit für die Kinder genommen hat, statt pünktlich zur Arbeit zu gehen. ❤️

8:30 Mit dem Fahrrad zum Kindergarten geflitzt, zwei Kinder völlig problemlos und schnell abgegeben, noch einen kleinen Umweg zum Briefkasten einer (nicht unserer) Grundschule gemacht, und jetzt stehe ich zu früh vor der Büchereitür. Immerhin nicht schlüssellos. ;) Das ist fast schon unheimlich. 

Es beginnt ein positiver und unglaublich produktiver Arbeitstag, an dem gute Ideen produziert und umgesetzt werden, ich mit lästigen Pflichten voran komme und es sogar schaffe, Begonnenes auch zu beenden. Da bin ich momentan nicht besonders gut drin, alles anfangen und sich dauernd ablenken lassen ist sonst eher die Devise. Leider ist der Arbeitstag wie oft zu kurz, und wieder einmal liegen am Ende gestapelte Zettel auf dem Schreibtisch, was alles noch erledigt werden möchte. 

15:00 Meine Mutter ruft an, dass mein Vater und sie jetzt gleich da sind. Auf dem Heimweg vom südlichen Bruder machen sie einen Zwischenstopp bei uns, um Morgen mit der Mittleren „Großelterntag“ im Kindergarten zu feiern. Wir hätten zwar momentan auch eine Oma vor Ort zu bieten, aber die Tochter wollte unbedingt meine Eltern dabei haben. Ich will mich nicht beschweren, ich sehe meine Eltern sowieso viel zu selten. Aber familienpolitisch klug ist anders. Egal. Ich beende meinen Arbeitstag und radel nach Hause. Die Große ist schon samt Freundin da (wir sind heute dran mit Kinder zum Leichtathletiktraining fahren), hat aber keine Lust, mit zum Kindergarten zu kommen. Meine Eltern schon. Es fängt an zu regnen, also packen wir Schirme ein und laufen los.

15:30 Zwei Kinder am Kindergarten abgeholt. Der Kleine ist gerade erst aufgewacht und schlecht gelaunt. Er braucht nachmittags immer eine ziemliche Weile, um wieder im Tag anzukommen. Dafür ist die Mittlere umso munterer. Zu Hause angekommen erst die Waschmaschine anwerfen, dann die Kaffeemachine, schließlich die Schüssel Süßkram rausholen, die wir am Wochenende von der besten Freundin geschenkt bekommen haben. Die Kinder mampfen, die Erwachsenen schlürfen Kaffee, alle sind glücklich. Hinsetzen und tief durchatmen. :)

16:30 Den Mann und die beiden großen Mädchen auf den Weg zum Training schicken, der kleine Mann und meine Mutter begleiten mich auf eine Einkaufstour. Mein Mann weist darauf hin, dass es viel praktischer wäre, wenn ich zum Sport fahren würde und bei der Gelegenheit gleich die Einkäufe erledigte, aber ich mag nicht. Das mag irrational sein, aber wie oft habe ich im Frühling die Gelegenheit, ausgedehnte Spaziergänge zu machen? Sooft es regnet, wie die Allergiker wissen. Gesundheit! 

18:10 Zurück von der Einkaufstour zu Fuß. Ich fange am kochen (sind ja schließlich im Pott), der Rest der Familie tummelt sich im Wohnzimmer und bestaunt den Kleinen, wie er Duplotürme baut. 15 Klötze hoch, und für jeden fordert er Applaus ein. Zwischendurch versucht meine Mutter, mich auf den neuesten Stand zu bringen, was bei meinen Geschwistern so los ist, wird aber immer gleich wieder zurück beordert. Habe ich schon mal erwähnt, dass die Oma meiner Kinder wesentlich nachgiebiger ist als meine Mutter? :D

19:00 Die Große kommt zurück, nass und angefroren. Trainiert wurde draußen im Regen. Kind unter die Dusche jagen, und schon war das Abendessen wieder fünf Minten zu lange auf dem Herd. Schmeckt trotzdem. Danach den schwer empörten Sohn ins Bett stecken. Der ist heute so unwillig, dass ich einen zweiten Erwachsenen brauche, um ihn lange genug auf dem Wickeltisch zu halten, bis er gewickelt, gewaschen und gezahnputzt ist und im Schlafanzug steckt. Danach lässt er sich völlig friedlich ins Bett legen und sagt für den restlichen Abend nichts mehr. Versteh einer dieses Kind. 

20:00 Die Mädchen bekommen noch ein bisschen Geschimpfe für „ups, Schultasche packen hab ich vergessen“ und „ich muss erst noch fünf Puppen umziehen, bevor ich das Bett freiräumen kann“ und anschließend immerhin noch zehn Minuten „Britta als Pferdebursche“ vorgelesen. Gute Nacht!

21:00 Mit Muttern dabei arbeite ich weiter am Fotobuch 2015. Ich komme bis Ende Mai und Seite 30. Das wird ein sehr dickes Buch dieses Jahr, fürchte ich.

22:00 Überwältigende Müdigkeit allerseits. Kaum dass ich den Tag für mich abgeschlossen hatte, meldet mein Mann die Rückkehr unserer Telefon- und Internetleitung, die sich gestern Abend spontan verabschiedet hatte. Also doch noch bloggen? Oder wird das zu spät?

23:36 Natürlich wird das zu spät. Deswegen verschiebe ich die Verlinkung bei Frau  Brüllen jetzt auf Morgen. Gleich nach zwei Klassenführungen, Kuchen backen für den Großelterntag und Waschtag. A propos Wäsche … ich glaube, ich muss noch den Trockner befüllen. Gute Nacht! 

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