Nachdem im April die großen Bäume gefallen waren, musste im Mai erst einmal jede Menge Holz verarbeitet werden. Unter anderem sehr viel Kleinholz zu sehr viel Mulch, der erst einmal in meterhohen (1m hoch) Haufen herumlag. Unter anderem auf unserer Terrasse. Einen Regenguss, eine Hitzeperiode und eine Woche später begann ich damit, unsere Terrasse wieder freizuschaufeln und entdeckte bei der Gelegenheit, dass der Mulch ordnungsgemäß funktionierte. Der Haufen war innen drin schön heiß und teilweise verascht (extra mit ohne r). Ich habe damit dann nicht nur unser „neues Beet“ zugeschaufelt, sondern auch die Brennnesseln der Schwiegereltern auf der anderen Seite des Zauns bedacht. Was offenbar beim Hausmeister gut ankam, denn binnen weniger Tage wanderten die anderen Mulchhaufen ebenfalls auf die Brennnessel-Brombeer-Beete. Prosit! (Möge es gelingen!)


Seitdem sieht es hinter dem Haus nicht mehr aus wie Ödland mit Wald und einem Fleckchen Zivilisation (mein Gärtchen), sondern wie Park oder zumindest etwas ähnliches. Mal schauen, was der Sommer daraus macht … für mich persönlich habe ich beschlossen, außerhalb meiner Mäuerchen nur Brombeeren und Brennnesseln zu entfernen. Mehr Gärtnerei kann ich momentan nicht leisten, denn der Kleine arbeitet fleißig mit. Beim Mulchschaufeln war das toll. Ich mit Schaufel und Schubkarre, er mit Schäufelchen und Kinderschubkarre. :) Weniger toll waren die Versuche, Unkraut zu jäten, Knöterich um Maschendraht zu schlingen (ich ziehe oben, er zieht unten) oder auch nur mal im Beet Blumen zu gießen. Eigentlich geht er nämlich nicht ins Beet. Außer Mama macht es auch …


Dann haben wir, wie man sieht, zwei Rhododendren gesetzt. Die Erwachsenen den großen, die Kinder den kleinen. Und seitdem werden wir Zeugen des Phänomens, dass es überall in Deutschland regnet, nur bei uns nicht. Wir haben Regenwolken, wir haben Tagesvorhersagen, die uns mit 88%-iger Wahrscheinlichkeit Regen ab 15 Uhr ankündigen, und wir haben mich mit dem Gartenschlauch, die neuen Pflanzen wässernd.


Edit 1: 28. Mai Geschlossene Wolkendecken mit Schauern, sagt der Wetterbericht. Sonnenbrand, sagen die Kinderarme. Das hat uns nicht davon abgehalten, weitere Blumen und Sträucher zu setzen: Zwei Koniferen in die leeren Pflanzsteine an der Hauswand, Goldfelberich und großblättrige Funkien vor den Zaun, Frauenmantel und Spindelkraut hinter die Pflanzsteine. Eine halbschattentaugliche Hortensie habe ich noch bei meinen Eltern vergessen. Ach ja, und weitere Pflanzsteine habe ich am letzten Maiwochenende auch noch eben gesetzt. Erst mal nur die untere Reihe, da der Mulch im Beet dahinter bestimmt noch sackt – spätestens beim nächsten Regen. Ahahahaha!!!


Edit 2: 31. Mai. Auf der Autofahrt von Düsseldorf nach Hause begleitet uns der Regen bis Wattenscheid, dann ist wieder Sonnenschein. Das gibt’s doch nicht! Und dann in der Nacht endlich das erlösende Geräusch vor den Fenstern. Es rauscht und tropft. Jetzt bin ich gespannt, was der Garten daraus macht. Werden die letzten Neuanpflanzungen überleben? Bei den Experten (meine Eltern) herrscht Uneinigkeit: War es zu spät, um noch Ableger abzustechen? Oder nicht? Das ist für mich das Schlimmste an der Gartenarbeit: Man tut sein Bestes, und dann kann man nur noch warten und schauen, wie sich die Dinge entwickeln. Dass ich jetzt etwa drei Jahre warten darf, um einschätzen zu können, ob die Pflanzen jetzt wirklich richtig stehen und in die richtige Richtung wuchern, macht die Sache nicht besser. :( Den nächsten Blick auf den Garten gibt es immerhin nicht erst in drei Jahren, sondern nächsten Monat. Und dann freue ich mich heute schon mal darauf, mir in drei Jahren die Bilder aus diesem Jahr anzugucken und festzustellen, wie groß der Unterschied ist. ;)


Deswegen gibt es heute auch so viele Fotos. :)

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