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Vor Zeiten habe ich von einer Freundin jede Menge Material zum Filzen bekommen. Sie hatte es ausprobiert und befunden, dass Filzen nicht ihre Handarbeit ist. Ich hatte noch keine Filzerfahrung, dankte und stellte den Karton in den Keller. Da war er nicht mal aus dem Sinn, aber irgendwie bin ich einfach nicht dazu gekommen. Bis zu diesem Video:

Das machte soviel Spaß, dass ich den Karton rauskramte und zunächst einen Selbstversuch startete, bevor ich meine Töchter, eine ihrer Freundinnen, deren Mutter (die eigentlich nur das Kind abgeben wollte und dann doch neugierig genug war, um zu bleiben) und das Au-pair am Küchentisch versammelte, um gemeinsam zu filzen. Wir haben übrigens große Murmeln eingefilzt, da sich die etwas besser rollen lassen und insofern kinderfreundlicher sind. Da ich die großen Murmeln wegen des kleinen Ball-Fans schon seit einem Jahr unter Verschluss hatte, fand ich die Gelegenheit eigentlich ganz gut, um sie endlich irgendwo „sinnvoll“ einzusetzen.

Eigentlich ist Filzen eine sehr saubere Handarbeits- oder Bastelaktion mit Kindern. Warmes Wasser, Seife … theoretisch sind hinterher alle Beteiligten sauberer als vorher. Und die Küche ebenfalls. Soweit die Theorie. In der Praxis sind hinterher alle nass. Und die Küche ebenfalls. Und der Kleine hat zum ersten Mal in seinem Leben Seife gegessen (wenn man den Handdesinfizierer im Krankenhaus nicht mitrechnet, den er auch schon im Mund hatte). Achtung! Neugier kann in höheren Dosen schädlich für Ihre Gesundheit sein!

Die nassen gefilzten Bälle müssen dann trocknen. Wir haben es zunächst versucht mit einem dünnen Baumwolltuch, das über den Wäscheständer gespannt wurde. Das hätte vermutlich gut geklappt, war aber eine zu harte Herausforderung für den zweijährigen Ball-Fan.

Nachdem er lange genug die Filzkugeln hochgedrückt hatte, bis sie runterfielen, war ich mutig und habe sämtliche gefilzten Werke für 10 Minuten in den Trockner geworfen. Damit waren sie schnell trocken und noch ein bisschen fester verfilzt. Eigentlich eine gute Idee. :) Aufgeschnitten haben wir dann nicht alle Kugeln, damit der Kleine auch welche zum Spielen hat und die anderen in Ruhe lässt. Hier nur eine Auswahl der fertigen Zaubersteine:Sie sehen nicht so professionell aus wie im Video, aber trotzdem sehr schön, und sie sind eine wunderbare Herbstdekoration. Die Mädchen haben am nächsten Tag Eicheln und Kastanien gesammelt und ebenfalls auf der Kommode verteilt, außerdem ein paar der Murmeln durch Kastanien ersetzt. Das sieht vor allem bei den grünen Zaubersteinen richtig gut aus. Und noch einen Tag später wurde gefragt, wann wir das denn „endlich noch mal machen“ könnten. Das nennt man dann wohl einen Erfolg.

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