Die Novemberausgabe des Tagebuchbloggens fällt nicht nur auf einen Samstag und den Guy Fawkes day, sondern auch auf den diesjährigen Ball meiner Schottisch-Tanz-Gruppe aka Ruhrball. Das war ein langer und anstrengender Tag. Ein Tag, der am Vorabend vom Kleinen mit einem großen Schwall ehemaligen Mittagessens eröffnet wurde, den er auf dem Küchenboden verteilte, weshalb ich die Buffetbeiträge nicht mehr fertigstellen konnte. Noch ein bisschen mehr zu tun.

Samstag Morgens feststellen, dass man nicht alle Zutaten in ausreichender Menge im Haus hat, einkaufen, backen, packen, wissen, dass man etwas vergessen hat (den Tritt aus dem Badezimmer) … zwischendrin die Kinder, der Kleine mit Dünnpfiff, ach, ausdrucken müssen wir noch Programme und Teilnehmerliste und ein Feuerzeug einpacken, für die Kerzen, Schotten sind offenbar alles Nichtraucher, da hat nie jemand Feuer dabei … was ziehe ich heute Abend überhaupt an? Tanzen werde ich nicht, das eröffnet ganz neue Möglichkeiten …

Zum Saal fahren, eingewiesen werden, wo sind die Feuerlöscher, der Erste-Hilfe-Kasten, die Ersatzmüllbeutel? Auto auspacken, der Mann fährt noch mal los, Tischordnung fotografieren und mit dem eintrudelnden Team den Saal ausräumen, umräumen, dekorieren, Buffetbeiträge in die Küche, Tombola in den Vorraum, Flaggen aufhängen, Kinder mit Essen versorgen, und schon ist der Saal fertig, wunderbare Arbeit haben alle geleistet. Es ist 16 Uhr, die ersten Gäste sind da, zwei Sets (=16 Tänzer) zum Walkthrough, denen zwei Stunden später die Köpfe rauchen. Fünf Tänze habe ich gründlich auseinandergenommen mit ihnen, die sollten heute Abend klappen. :)

Ab 18 Uhr beginnt es sich langsam zu füllen, mein Mann fährt die Kinder nach Hause (der Kleine ist schon auf einem Schoß eingeschlafen), ich ziehe mich um und fange an nervös zu werden. Tänzer von Oldenburg bis München haben sich angekündigt, insgesamt 51, von denen 58 kommen. Unsere Buffetorganisatorin bleibt entspannt. Zusammen mit der eigenen Gruppe sind wir etwa 70 Leute, absoluter Rekord für uns. Die Tanzfläche hat genau die richtige Größe, puh. Um 19:20 eröffnen wir den Ball, ich darf die Begrüßungsansprache halten und dann die ersten Tänze ansagen. Die Tänzer haben Spaß, und der Anblick, wie sie Tanzfläche stürmen, wenn ich die ersten Takte des nächsten Stücks anspiele, ist so überwältigend, dass es mich durchrieselt. Ich spüre, wie ich anfange zu strahlen. Der Ball ist anders, wenn man nicht tanzt, mehr im Hintergund macht, aber trotzdem toll. Ich will lieber nicht darüber nachdenken, was mir entgeht auf der Tanzfläche. 

Um 21:45 Uhr tanze ich dann doch, einen Walzer mit meinem Mann, auf die Musik unseres Hochzeitswalzers, und es ist perfekt.

Der Ball dauert bis 1 Uhr, zum Schluss singen alle zusammen Auld lang syne, dann verabschieden sich nach und nach die Gäste, während das Team alles wieder abbaut und verstaut, Ordnung ist uns jetzt gerade egal. Seit zwölf Stunden sind wir jetzt hier. Die Tombola ist sozusagen vollständig verkauft, das reicht für Livemusik nächstes Jahr, und ich frage die Musiker gleich an Ort und Stelle, während sie sich gerade die Tanzschuhe ausziehen. Sie sagen spontan zu, ebenso wie der Hausmeister, der unsere Saalbuchung für November 2017 sehr erfreut entgegen nimmt. Während es Abbaus Dutzende herzliche Verabschiedungen, Umarmungen, alle sind glücklich und müde und hatten offenbar einen großartigen Abend. Das war die Mühe wert. :)

Um 2 Uhr sind wir durch mit Aufräumen und Saubermachen, und zusammen mit sechs Übernachtungsgästen fahren wir nach Hause. Noch ein erstes und letztes Bier, einmal schnell schlafende Kinder gucken, und um 3 Uhr endlich das Licht ausmachen und schlafen wie ein sehr erschöpfter Stein. Bis um 6:10 Uhr der Kleine mit offener Apfelsafttüte und Glas neben meinem Bett steht. Aber das ist ein anderer Tag.

Advertisements