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Manche Fußballfans haben es einfacher als andere. Wer im Ruhrgebiet Fan vom BVB oder von Schalke 04 ist, findet in jeder Stadt in gefühlt jedem zweiten Laden irgendwelche Fanartikel. Wer in Bochum Fan des VfL Bochums ist, dem ist dieses Glück nicht vergönnt. Und wer zehn Jahre alt ist und sich eine VfL-Gürteltasche wünscht, hat Glück, wenn Mama die richtigen Freundinnen hat. ;)

Ich dagegen habe Glück, dass mein Mann kein derartiger VfL-Fan ist, dass die Hosenträger, die er vor 15 Jahren geschenkt bekommen und nie getragen hat, unantastbar wären. So kann man arbeiten! (Danke, Mann!) 20170617_173018Alles, was im Handel an passenden Kurzwaren erhältlich war, war eine farblich passende Bordüre mit der Stadtsilhouette. Dazu gehört immerhin auch das Stadion. :) Den Fußballstoff hatte die westliche Schwester mal mitgebracht.

Ich weiß aber auch nicht, wie verspielt man für zehnjährige Jungs noch nähen darf. (Fragt in acht Jahren noch mal, dann werde ich es wissen.) Da die Tasche ein bisschen länger getragen werden soll (hoffe ich), kann ein bisschen schlichter wahrscheinlich nicht schaden. Und da die zusammengesuchten „Zutaten“ mich so schön anlachten, habe ich mich tatsächlich mitten im Stickprojekt einen Abend lang an die Nähmaschine gesetzt und noch eine Tasche gewerkelt. 20170617_234421-1(Die Farbe des Jeansstoffes stimmt leider auf dem Foto nicht ganz.) Leider hat sich der Jeansstoff an der oberen Kante ein bisschen verzogen, dadurch sind zwei Fältchen entstanden, aber … das muss so! Die Hosenträger haben sich in den Bauchgurt verwandelt, mit ein bisschen Spiel zum Mitwachsen. Da der Empfänger aber ziemlich schmal ist, hab ich mich nicht getraut, zuviel Material zu verarbeiten. Soll ja jetzt passen. (Liebste M., es ist noch Band übrig!)

Von außen ist die Tasche also eher schlicht. Von innen ist sie umso fußballiger: 20170617_234451-1Aus dieser Perspektive sieht man übrigens auch, dass das Schrägband am Reißverschluss nicht verzogen ist, ich hab mich nur verbügelt. Und nachts um halb zwölf war mir das dann auch egal. A propos Schrägband: Hier habe ich endlich mal sauber gearbeitet und die Nahtzugaben ordentlich mit Schrägband verkleidet. Das Schrägband mache ich übrigens immer selber nach der Anleitung von Natron und Soda, und es ist diesmal genau ausgekommen. Vermutlich, weil ich das Versäubern in der Innentasche ursprünglich nicht geplant hatte, eigentlich ist es nämlich immer zuviel Schrägband, und ich bin jedesmal verwundert, wie man aus einem Quadrat mit gut 22 cm Kantenlänge 1,28 cm Schrägband produzieren kann.

Die letzten Zentimeter Bordüre waren mir dann auch zu schade zum Wegwerfen, also hab ich mal in unseren Schubladen nach einem Karabinerhaken gekramt. Einen Schlüssel könnte man jetzt also anhängen und in der kleinen Innentasche verstauen. Die Tasche ist insgesamt ein bisschen kleiner als meine eigenen, aber immer noch problemlos groß genug für ein großes Portemonnaie, dabei mit den kleinen Fußbällen verspielt genug für einen Jungen und gleichzeitig durch die neutrale Farbgebung außen „seriös“ genug für einen jungen Mann. Ja, ich gebe zu, ich bin ziemlich zufrieden mit meiner Arbeit. Und es hat richtig gut getan, zwischendurch mal wieder zu tüfteln (nur meiner Schlafbilanz nicht).

Liebe westliche Schwester, das wäre vermutlich auch noch mal was in schwarz und gelb?

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