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Genau einen Monat ist mein letzter Stickbeitrag her, das ist schon übel. Und das fühlt sich auch oft genug übel an, wenn ich Richtung Sofa und Stickzeug schiele und eigentlich nur noch für den Rest des Tages herumsitzen und die Nadel schwingen möchte. Stattdessen kranke Kollegin (= mehr Spätdienste, mehr Klassenführungen, gute Besserung!!), sonnige Tage (= mit dem Kleinen raus, Garten, Pollenpollenpollen), Fotobuch 2017 endlich fertigstellen, Tanzen unterrichten und Schulhof bemalen. Andere verlassen sich auf mich, und ich mache. Das ist mir wichtig, Zuverlässigkeit. Auch wenn da oft genug der evolutionäre Selbsterhaltungstrieb (Selbstschutz geht vor) und das soziale Gewissen in Konflikt geraten. Das soziale Gewissen gewinnt übrigens jedes Mal. Ich finde das selber nicht gut, dass ich das so mache, der Akku läuft schließlich irgendwann leer. Für das Dorf ist es dagegen richtig gut. „Ein Dorf funktioniert nur, wenn jeder etwas mehr macht, als er eigentlich muss.“ Kürzlich irgendwo gelesen, vermutlich ein von Buddenbohm & Söhnen verlinkter Text, ich kann den Ursprung nur leider nicht mehr finden. Dieser Satz ist hängen geblieben, und meiner Meinung nach trifft er nicht nur auf Dörfer zu, sondern eigentlich auch jedes funktionierende Gesellschaftssystem, angefangen bei Partnerschaften und Familien.

Aber darum geht es hier ja eigentlich nicht. Wenn ich anfinge, meinen Blick auf die Welt zu bloggen, wären es keine Nadelspielereien mehr, kein Handarbeitsblog, und ich hätte vor lauter Bloggen noch weniger Zeit zum Handarbeiten. Zumal ich zwar immer wieder gerne reflektierte Meinungen und Blogs lese, meinen eigenen Senf aber gar nicht gekonnt dazugeben könnte, selbst wenn ich wollte. (Heute wieder vorgelesen: „Und dann brüllte der Löwe all die schönen Dinge, die er schreiben würde, wenn er denn könnte. Aber der Löwe konnte ja nicht.“ Armer Löwe, der nicht schreiben kann. Die Kinder leider immer sehr mit.)

Was war das Thema? Turney, Runde 18, behauptet der Titel. Schauen wir doch einfach mal: DSCF1583Nach siebeneinhalb Stunden war der Hintergrund fertig, und ich habe die Gelegenheit genutzt, den Teppich auszurollen. Irgendwie sieht es sehr unspektakulär aus, das Turney-Spektakel.

Dann hatte ich noch zweieinhalb Stunden Stickzeit über, aber keine kreative Energie mehr. Daher habe ich dann nur noch umrandet und völlig unkreativ langweilige Pferdebeine ausgefüllt. DSCF1594 Und natürlich das Bild wieder in den großen Stickrahmen eingespannt. Ich gebe zu, ich habe Respekt vor den Falten und Schattierungen, die noch auf mich zukommen. Nächstes Mal. :) Bei genauem Hinsehen ist übrigens erkennbar, dass das Pferd am gehobenen Vorderbein die Andeutung einer Wade hat. Ein paar schwarze Stiche zwischen viel Dunkelgrau, aber es macht einen Unterschied. (Hilfe, bloß nicht nervös werden.)

Sollte ich jemals wieder zu meinem Stickplatz vordringen, was würde mich dort erwarten?

1. Klarinette (22)
2. Tecklenburger Turney (18)
3. Wrath (17)
4. Erdbeeren (7)
5. Pferde am Bach (6)
6. Pferde im Wasser (2)

Wrath. Schwarze Flächen und rotes Konfetti. Kreuzstich! Das wäre was … :)

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