Schlagwörter

, , , ,

Die Große wird elf Jahre alt und ist neuerdings verstärkt zur Lego-Bauerin geworden, am liebsten Lego-Elves. Nach zwei Drachen in zwei Adventskalenderjahren und alle Jahre wieder mal hier ein Päckchen, da ein Päckchen sollte es zum elften Geburtstag laut Wunschliste fast nur noch Lego Elves sein. Und ein Buch. Was liegt da näher, als den Winter-Geburtstag auch zum Thema Elves bzw. Elfen zu machen, wenn man schon Elf wird?

Die Einladungen sehen erst einmal weniger nach Elves und mehr nach Lego aus …

… bringen die Mädchen aber gleich auf die Spur, was für eine Art von Geburtstagsparty es geben wird. Ganz viele Rätsel! Auf der Rückseite der Legomauer stehen dann Zeit, Ort und die Telefonnummer für Rückmeldungen. Und das war es dann auch schon an Lego für die gesamte Party, aus irgendeinem Grund habe ich keine weiteren Legorätsel eingebaut. Ist mir einfach nicht eingefallen, bzw. uns, denn dieses Jahr hatte ich Hilfe bei der Planung. Dafür war und bin ich sehr dankbar, denn mit elf Jahren darf ein Kindergeburtstag gerne etwas komplexer sein als mit sieben oder acht Jahren. ;)

Die ursprüngliche Idee war ein Escape room, aber bei insgesamt 10 Mädchen wäre das doch ganz schön eng geworden.Also nicht ein Raum, sondern mehrere, und in jedem Raum mehrere Rätsel, damit alle beschäftigt sind und die Köpfe rauchen. Die Grundidee eines Escape rooms, dass man seine Rätsel überhaupt erstmal finden muss, bevor man sie lösen kann, ist es aber tatsächlich geblieben.

Ich habe mich an der offiziellen Lego-Elves-Story orientiert, die da wäre: Ein Mädchen verirrt sich in nach Elvendale, die Elfenwelt, und muss vier magische Schlüssel finden, um nach Hause zurückkehren zu können. Oder in unserem Fall: ein Drachenei verirrt sich in die reale Welt und muss zurück nach Elvendale gebracht werden, bevor es schlüpft. Um das Portal zu öffnen, werden natürlich vier magische Schlüssel gebraucht… bzw. vier Zahlen, um ein Kombinationsschloss zu öffnen. Insgesamt finden die Mädchen zehn „Schlüssel“, jeder  versehen mit einer Zahl. Welche vier nachher die richtigen sind, muss natürlich errätselt werden. 20190125_112520.jpgEinfach mal bei Ebay „Phiole Glitzer“ eingeben und sich über die Ergebnisse freuen. ;)

Die richtigen Zahlen hängen an den Phiolen in den vier Farben der Elemente bei Lego Elves: Erde (grün), Wasser (hellblau), Luft (lila), Feuer (gelb). Um die Reihenfolge festzulegen, erschien hin und wieder ein neuer Elf auf der Landkarte im „Basislager“ der Kinder. 20190125_121627.jpgDie Karte habe ich aus einer Lego-Anleitung groß kopiert (ein Hoch auf den Ehegatten mit A3-Farbkopierer), die Ränder abgeflämmt und dann auf silbernen Tonkarton geklebt. Die Reihenfolge, in der die Elfen auftauchen, ist nachher die Reihenfolge der Zahlen im letzten Kombinationsschloss.

Aber von vorne:

Die Mädchen treffen sich in ihrem Basislager und bekommen dort die wichtigsten Regeln erklärt: Dass sie die Rätsel erst suchen müssen, bevor sie sie lösen können. Dabei sollen sie auf Dinge achten, die nicht normal sind. (Was ein bisschen schwierig ist in einer Wohnung, die ein Sieb als Küchenlampe aufweisen kann und in der Waschlappen in einem Vogelkäfig aufbewahrt werden…) Hin und wieder kann es im Basislager Hinweise geben, sie sollen zwischendurch mal rein schauen. (Pro Raum habe ich dann einen Elfen im Basislager auf die Karte gesetzt.) Wenn sie gar nicht mehr weiter wissen, können sie das Orakel befragen. Und hier ist ihr erster Hinweis …

Davon habe ich jetzt kein Foto gemacht. Eine Holzkiste, darauf die Emily-Jones-Figur, darin ein kleines Päckchen mit einem Schlüssel samt Zahl und ein Maxi-Ü-Ei. Das Ei ist präpariert: Maxi-Eier kann man ganz gut öffnen. Den Inhalt des Eis austauschen gegen ein Lego-Elve-Drachenei, dazu ein Zettel: „Ein Drachenei! Das muss zurück nach Elvendale, bevor es schlüpft. Sucht nach Hinweisen in der magischen Bäckerei!“

Und da geht es dann auch hin:

Die magische Bäckerei = die Küche

In der Küche haben die Mädchen dann erst einmal übersehen, dass Mixer, Backschüssel und -blech und eine geheimnisvolle Papierrolle auf der Arbeitsfläche standen, so sehr waren sie auf der Suche nach Dingen, die nicht stimmen. Gefunden haben sie zwei kleine „Schatztruhen“, einmal fehlte der Schlüssel, einmal die Kombination fürs Zahlenschloss. Hm. Also doch erst einmal backen! Die geheimisvolle Papierrolle enthält das Rezept für einen „Feuermagie-Kuchen“. Aber was für eins! 20190123_172210-1.jpg

20190126_153836.jpgr Geheimzutat 1 gibt es ein weiteres Dokument, in dem der Wikipedia-Artikel zu „Mehl“ steht, allerdings mit einem Klecks über jedem „Mehl“ und „Mahlen“. Geheimzutat 2 ist Backpulver, allerdings nicht im Tütchen, sondern als weißes Pulver im Reagenzglas. Sieht viel geheimer aus. :)

Auf der Suche nach Eiern wird das nächste Rätsel gefunden: Ein Geräusch-Memory im Kühlschrank! Endlich eine Gelegenheit, die seit Jahren gesammelten Ü-Eier einzusetzen. :) (Okay, zugegeben: Genau dafür habe ich die Ü-Eier gesammelt.) Dazu der Hinweis, dass die Kinder genau ein Ei öffnen dürfen – aber welches? In der Kiste mit dem Geräuschmemory ist außerdem ein Schlüssel. Der passt auf die schlüssellose „Schatztruhe“ aka Geldkassette, und darin ist gleich das nächste Rästel. Ein Puzzle. Aber welches Motiv?

20190126_151548.jpg

Es ist eine ungerade Zahl Eier, finden die Mädchen schnell heraus. Immer zwei passen zusammen. Im überzähligen Ei findet sich eine Phiole mit einer Zahl, die am Ende noc wichtig werden. Das Puzzle ist ein Buchcover. Und wo findet man ein Buch? Natürlich in der magischen Bibliothek!

Die magische Bibliothek – das Esszimmer mit der Bücherwand

Na, ist was aufgefallen? In der magischen Bäckerei steht noch eine ungeöffnete Kiste, die Zahlenkombination fehlt! Andererseits soll jetzt auch die Feuermagie wirken, damit kennt sich keiner aus, also lieber den Raum verlassen …

Dass mein Mann sich einfach in die Küche begibt, fällt niemandem auf. Dadurch kann er Feuermagie wirken: Auf den Kuchen im Ofen legt er Schokoladen-Buchstaben und drei Zahlen: Die fehlende Kombination! In der verschlossenen Truhe, dem letzten ungelösten Rätsel der magischen Bäckerei, ist eine weitere Phiole. Jetzt sind es schon drei. Dazu gibt es ofenwarmen, selbst gebackenen Kuchen. Was könnte es leckereres geben? Nichts, da sind sich die Mädchen einig. Aber zurück zur magischen Bibliothek.

Gesucht wird also ein bestimmtes Buch, das die Mädchen schon vom Cover her kennen. Darin befindet sich ein Zettel, der gleich das nächste Rätsel ist: 20190123_112941-1.jpgHalbierte Buchstaben in Spiegelschrift. Wer einen Kopierer mit Spiegelfunktion hat, ist klar im Vorteil. :) Aufgelöst steht da: „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wo kommst du geschneit?“ Und wo? 20190126_121259.jpgDie nächste Phiole hängt eigentlich ganz offen im Raum herum. :D

Außerdem stimmt noch etwas nicht in der magischen Bibliothek. Ein Buch ist gar keins … und darin ein Schlüssel für die große Truhe, die irgendwie jeden Geburtstag mitspielt. In der Truhe finden die Mädchen ein Kistchen mit einer weiteren Phiole und einem Scrabble-Spiel. Nicht sehr viele Buchstaben. Da steckt bestimmt ein weiterer Hinweis drin … 20190126_170728.jpg Vier Namen von vier Elfen – und eine Quelle. Quelle?

Die Quelle – das Badezimmer

Dass hier etwas nicht stimmt, sieht man: 20190126_135228.jpgWieso ist Wasser in der Wanne? Was macht der Wasserkocher im Badezimmer? Und wo findet man die Kombination für den Käfig mit dem Kombinationsschloss? Und versteckt sich vielleicht hi20190126_135159.jpger etwas im Schmuckschrank? Nicht im Bild: Eine Spardose mit Schloss, aber natürlich mal wieder ohne Schlüssel.

Im Schmuckschrank ist natürlich noch eine Phiole. Mit dem Wasserkocher kann man Wasser kochen. Mit dem Wasserdampf den Spiegel einnebeln, auf dem eine Zahlenkombination steht. (Dazu brauchte es dann doch mal Orakel.)

Mit der Zahlenkombination lässt sich der Käfig öfffnen, darin finden die Mächen eine Badebombe. („Badebombe selber machen“ in Suchmaschine nach Wahl eingeben und sich über d20190123_133841-1.jpgie Ergebnisse freuen.)

Das Bild ist natürlich bei der Herstellung entstanden, hier sieht man das perfekte Schlüsselversteck. ;)

Eine Badebombe erkennen die Mädchen natürlich, wozu das Wasser in der Badewanne gut sein soll, ist plötzlich auch klar. Der Schlüssel passt auf die Spardose, und in der Spardose ist neben der nächsten Phiole auch ein Hinweis auf den nächsten Raum: Findet das Heim des Winddrachen!

Das Heim des Winddrachen – das Kinderzimmer

Wir haben ja netterweise ein blaues Zimmer mit Wolken an den Wänden, aber jedes normale Kinderzimmer hätte es auch getan. :) Und hier stimmt eindeutig etwas nicht:

20190126_131340.jpgIrgendwie gibt es für die Große ja immer pädagogisch wertvolle Kindergeburtstage. Vor zwei Jahren eine Pferde-Party, auf der man dauernd rechnen musste, letztes Jahr ging es um die im Deutschunterricht gerade durchgenommenen Märchen, und dieses Jahr liegt da plötzlich ein Englisch-Wörterbuch. Und der Winddrache liest einen Text auf Englisch. Och nee!

„Oh I do like to be beside the seaside

to see the stars sparkle at night“

Die obere Zeile verweist auf ein Bild mit dieser Aufschrift, das man auf dem Bild noch angedeutet auf dem Regalbrett über dem Bett erkennen kann. Ebenfalls auf dem Regalbrett: Eine Phiole. Der zweite Textteil ist ein Hinweis auf das Fensterbild, das aus Sternen besteht. Auch da versteckt sich eine Phiole. Und kein weiterer Hinweis auf weitere Stationen. Was also tun? Auf zum Basislager!

Das Basislager enthält mittlerweile neben der Karte mit den vier Elfen darauf auch eine Schatzkiste mit einem Zahlenschloss. Und kaum haben die Mädchen den Raum betreten, werden sie tatsächlich eingeschlossen. Es dauert, während die Kinder die Lösung finden. Dass sie die Zahlen an den Phiolen brauchen, ist relativ schnellklar, aber welche? Und in welcher Reihenfolge? Es dauert. Irgendwann ein großer Jubelschrei, sie haben es geschafft! Die Schatztruhe enthält für jedes Kind eine Tüte, darin ein bisschen Süßkram und ein Beutelchen mit einer Lederkordel. Auch dieses Rätsel ist schnell gelöst, und ruckzuck verwandeln sich die Phiolen oder magischen Schlüssel in Kettenanhänger.

Und dann der große Schreck: Die Tür ist verschlossen! Wo ist der Schlüssel? Dann muss wohl das letzte Rätsel auch noch gelöst werden. In der Truhe war neben dem Schatz nämlich auch noch eine Karte: „Der Drachenpfad nach Elvendale führt durch Kälte und Nacht.“ Ach ja, das Drachenei ist immer noch da. Kälte und Nacht, was soll das nun wieder heißen?

Jemand kommt auf die Idee, aus dem Fenster zu schauen, und tatsächlich: 20190126_170657.jpgDie zu Weihnachten geschenkte Körbchen-Seilbahn wird endlich eingeweiht. :) Ins obere Körbchen kommt das Ei und wird vorsichtig Richtung Elvendale gekurbelt. Im unteren Körbchen kommt dafür langsam der Schlüssel (sicherheitshalber festgebunden) angefahren. Geschafft!

Das war einiges an Vorbereitungsarbeit, beim Geburtstag selber habe ich aber tatsächlich wenig zu tun gehabt. Die Mädchen waren konzentriert und mit sehr viel Spaß dabei und haben beim Abendessen (Pizza vom Pizzaboten) beschlossen, nächstes Jahr auf jeden Fall wieder so etwas machen zu wollen. Dass sie dafür dann immer noch mit meiner Großen befreundet sein müssen, wurde als das kleinste Problem angesehen. ;)

Von einer Mutter habe ich abends noch eine Nachricht bekommen, nach der ihre Tochter meinte, das wäre „der schönste Geburtstag gewesen, auf dem sie je war“. Und darauf bin ich richtig stolz. :D

Werbeanzeigen