Das Rotationssystem für Handarbeiten

Da der Originallink offenbar nicht mehr funktioniert, nutze ich die Gelegenheit, noch einmal zu erklären, was es mit der Rotation auf sich hat. Die funktioniert nämlich so:

Vermutlich im Leben jeder Handarbeiterin existieren Projekte, die man irgendwann voller Euphorie begonnen hat, und dann waren sie doch nicht so toll. Oder schlimmer, man hat angebrochene Projekte vererbt bekommen. Es handelt sich hier um sogenannte „Unfertige Objekte“, kurz UFO. Als solche verstopfen sie Handarbeitsschränke, Kisten, Keller und Dachböden. Wenn man sie trifft, trinken sie gerade Kaffee mit dem schlechten Gewissen und legen sich eine dekorative Staubschicht zu. Sehr unschön. Man kann nun zweierlei tun:
a) UFO wild entschlossen packen und wegwerfen
b) UFO auspacken und fertigstellen und sich dabei die ganze Zeit ärgern, weil man lieber etwas anderes machen möchte.

Oder c) die Rotation einführen.
Dazu sucht man alle UFOs zusammen. Ja, alle. Bis auf die weggeworfenen. :) Man stellt eine Liste zusammen (hier im Blog rechts oben zu sehen) und arbeitet zukünftig diese Liste ab – immer zehn Stunden pro Projekt. Zehn Stunden sind bei einem ungeliebten Projekt nicht schmerzhaft viel, das steht man durch. Bei geliebten Projekten freut man sich einfach auf die nächste Runde. Hat man seine Liste einmal komplett abgearbeitet, darf man ein neues Projekt anfangen. Zehn Stunden mit dem Neuzugang, dann geht es wieder von vorne los.
Je nach Anzahl der UFOs dauert die Fertigstellung jedes einzelnen wesentlich länger, aber dafür werden auch alle fertig! Ich arbeite mittlerweile seit fast drei Jahren mit der Rotation und habe keine Altlasten mehr in den Schubladen. Es hat gut zweieinhalb Jahre gedauert, alle alten UFOs zu beenden. Aber es ist ein gutes Gefühl!

Momentan nehme nicht mehr als sieben Projekte auf die Liste, sonst dauert die Runde zu lang. Dann kann ich halt mal keine neuen aufnehmen. Da ich fast nur noch geliebte Projekte habe, hält sich der Frust in Grenzen. Als kleines Bonbon gönne ich mir am Ende jeder Rotationsrunde einen „Freischuss“, das bedeutet, ich nehme mir ein Projekt ein zweites Mal vor. So kommen geliebte Projekte ein bisschen häufiger dran, und die epischen wachsen ein bisschen schneller.